Mehmet Demir wurde sein altes Golf-Cabrio geklaut.
© Thomas Lebie
Mehmet Demir ist am Boden zerstört, als ihn die KURIER-Reporter vor seiner Kfz-Werkstatt in Neukölln treffen. In der Nacht hat er wenig geschlafen, seine Gedanken drehten sich um seinen Golf. Sich selbst macht er seitdem Vorwürfe. „Ich hatte schon ein schlechtes Gefühl, wollte das Auto eigentlich nicht auf dem dunklen Supermarkt-Parkplatz über Nacht stehen lassen.“
Binnen Stunden wurde der Hilfeschrei hundertfach geteilt
Demir aber tat es doch. Seine schlimme Vorahnung trog ihn nicht. Am nächsten Tag bekam der 45-Jährige eine Whatsapp-Nachricht von einem Kumpel seines Sohnes. Der hatte Demirs Wagen auf der Rhinstraße in Marzahn gesehen, fotografiert und sich gewundert, dass dort ein Fremder am Steuer sitzt. Denn Mehmet Demir ließ sonst niemandem mit dem mehr als 20 Jahre alten grün schimmernden Golf fahren.
Das ist das Golf-Cabrio von Mehmet Demir.
© Thomas Lebie
„Ich bin nach der Nachricht sofort zu dem Parkplatz, auf dem ich meinen Wagen abgestellt hatte. Und tatsächlich: Mein Baby, dieses Schmuckstück, stand dort nicht mehr.“ Sofort erstattete der Kreuzberger Anzeige bei der Polizei – und ergriff selbst die Initiative. Bei Facebook veröffentlichte er das Bild mit dem glatzköpfigen Dieb im Auto, welches ihm der Kumpel des Sohnes zugesandt hatte. Binnen Stunden wurde der Hilfeschrei hundertfach geteilt.
Und siehe da, es wirkte: Das Cabrio wurde gesehen. Und zwar nicht nur einmal. In Weißensee entdeckten aufmerksame Passanten den VW, auf der Rhinstraße nahe einem schwedischen Möbelhaus, in Köpenick. „Ich bin unglaublich sauer darüber, dass mir mein Schmuckstück geklaut wurde. Was mich jedoch wirklich wütend macht, ist, dass der Typ mit dem Cabrio locker-lässig durch Berlin kurvt. Dazu gehört schon eine ordentliche Portion Dummheit.“
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