Wir, das sind ein paar Mitstreiter aus dem Blog von www.immerhertha.de, von denen einer schon vor Wochen die Idee hatte, Flüchtlinge zu einem Herthaspiel einzuladen. Also schnell ein paar Kontakte geknüpft und – schwupps – war für die Karten eine Menge Geld zusammen. Aber das Schönste: Hertha wollte das Geld gar nicht. Wir bekamen Freikarten und sollten von dem Geld lieber etwas für die Flüchtlinge kaufen. Toll!
Also zur Unterkunft. Maria, der erste Engel, dem die Strapazen der letzten Wochen mit Elf-Stunden-Tagen ins Gesicht geschrieben stehen, kümmert sich rührend um die Unterkunft. Aus dem Nichts musste eine leerstehende Schule zur Bleibe umfunktioniert werden. Über 200 Menschen leben hier, aus unterschiedlichsten Nationen: Pakistani, viele Syrer, Ghanaer, Albaner. Nicht alle werden bleiben können, aber alle sind nun erstmal hier und brauchen etwas zu essen, Kleidung, Hygieneartikel und, woran es in nahezu allen Unterkünften mangelt: eine sinnvolle Beschäftigung. Insofern war Maria happy, als wir das Angebot mit dem Spiel machten.
Der zweite Engel ist Olivia. Sie gibt seit Wochen in der Unterkunft Deutschunterricht und begleitete die Bewohner auch ins Stadion. Ihre Mühen tragen durchaus Früchte, auch wenn mancher bei Entgegennahme der Karten sagte: „Vielen Dank, wie geht es Ihnen?“ Aber die freudestrahlenden Gesichter machten alles wett.
Lisa, der dritte Engel, betreut als ehrenamtliche Patin eine syrische Flüchtlingsfamilie, darunter Osama und Imad. Beide sind praktischerweise Fußballfans. Sie nahmen die Einladung als Anlass zum Feiern, zumal es ja wirklich was zu feiern gab. Da war der 2:0-Sieg von Hertha, aber noch mehr, dass einer der beiden gerade eine dreijährige Aufenthaltserlaubnis erhalten hat und stolz wie Bolle ist.
Danach schrieb mir einer der drei Engel: „Auf dem Rückweg haben mir viele gesagt: ’I am so happy!’ Ich würde sagen, Mission erfüllt.“
Für uns Ab-und-zu-Helfer war das aber ein Klacks. Der Dank gilt den drei Engeln, die tagtäglich uneingennützig dazu beitragen, dass die Neuankömmlinge eine reale Chance zur Integration bekommen.
Wer mehr über „Herthaner helfen“ erfahren will, findet die Gruppe bei facebook. OPA
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