Dr. Franziska Giffey (36)

Wie gut kann sie Buschkowsky?

Dr. Franziska Giffey hat eine 80-Stunden-Woche, lebt in Friedrichshain und streitet mit der SPD-Spitze.

Norbert Koch-Klaucke
Lesezeit 2 Min
Buschkowskys hat seine Nachfolgerin Franziska Giffey (36) schon seit Monaten auf den neuen Job vorbereitet.

Buschkowskys hat seine Nachfolgerin Franziska Giffey (36) schon seit Monaten auf den neuen Job vorbereitet.

© zVg/SPD Lizenz

Giffey will. Als der scheidende Bezirks-Chef Buschkowsky gestern noch einmal klar machte, dass die Gesellschaft sich weiter „um eine erfolgreiche Integration auch bildungsferner Menschen bemühen muss“, stimmte seine Nachfolgerin ihm gleich bedingungslos zu. „Auch der Bürgermeister muss Bildungsfragen im Bezirk weiter als Schwerpunkt sehen“, sagte Giffey mit Blick auf ihr neues Amt.

Die junge Frau, die aus Frankfurt (Oder) stammt, mit Mann und Sohn noch in Friedrichshain wohnt und künftig Neukölln regieren will – sie kennt sich in Kommunalpolitik bestens aus. Wie eine Verwaltung funktioniert, lernte die Doktorin der Politikwissenschaft 2000 erstmals als Mitarbeiterin des Bezirksbürgermeisters von Lewisham (bei London) kennen. Ein Jahr später stand sie dem Bürgermeister von Treptow-Köpenick zur Seite, bis Buschkowsky 2002 Giffey als Europabeauftragte nach Neukölln holte.

„Buschkowsky ist mein Mentor, mein politisches Vorbild. Ich habe viel von ihm gelernt“, sagt sie. „Auch ich werde Probleme ansprechen, will bei den Menschen sein und dort, wo es Schwierigkeiten gibt.“

Dass sie das kann, hat Giffey als Neuköllner Schulstadträtin (seit 2010) bewiesen. Sie machte sich für den Ausbau der Ganztagsschulen stark, wandelte die einstige Rütli-Problemschule zum Vorzeige-Campus mit um, setzte sich bei einem millionenschweren Hilfsprogramm für Brennpunktschulen durch.

Wie ihr Vorbild Buschkowsky legt sich auch Giffey (ist auch Neuköllner SPD-Kreisvorsitzende) gerne mit den Ober-Genossen an. So machte sie Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) sehr deutlich klar, dass sie gegen eine Früh-einschulung der Berliner Kinder ist. Dafür bekam Giffey Beifall von Neuköllns Schulleitern.

Als Bürgermeisterin wird sie wie Buschkowsky die Bereiche Wirtschaft und Finanzen leiten. Auch 80 Stunden in der Woche kann sie wie ihr Vorgänger arbeiten. „Ich bin gut trainiert.“

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