Besonders große Genugtuung empfand die 42-Jährige im MDR. Dort wird die Berlinerin in einer 45-minütigen Dokumentation („Der Fall Pechstein“) rehabilitiert. Darin kommt auch Wolfgang Jelkmann zu Wort. Der Professor ist Vorsitzender einer DOSB-Kommission, die klären sollte, ob Pechi zu Unrecht des Dopings beschuldigt wurde oder nicht.
„Für mich ist sie ganz klar Opfer gewesen. Die Experten sind sich sicher, dass es sich hier um ein Fehlurteil handelt“, so der Direktor des Instituts für Physiologie an der Uni Lübeck. Und Jelkmann fügt richtungsweisend hinzu: „Es schadet nicht, wenn auch mal eingestanden wird, dass sich die Sportgerichtsbarkeit geirrt hat. Es würde die Glaubwürdigkeit des Anti-Doping-Kampfes stützen, wenn man zugesteht, dass man einen Fehler gemacht hat.“ Deshalb wurde es höchste Zeit, dass dieser Fall mal so akkribisch aufgearbeitet wurde.
Wichtig, denn durch Pechis Kampf kann die Sportgerichtsbarkeit nicht mehr verhindern, dass sich Athleten künftig auch an ordentliche Gerichte wenden.
Jetzt kämpft Pechi aber erst mal wieder um Weltcup-Punkte. Der nächste Wettkampf steigt am nächsten Wochenende auch noch ausgerechnet in Hamar. Dort, wo Pechi vor sechs Jahren angeblich des Dopings überführt wurde und sich auf Drängen der ISU krankmelden musste. Zum Glück für den Sport der einzige Kuhhandel, den die tapfere Kufenflitzerin einging.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com