Donald Trump

Angela Merkels bester Wahlhelfer

Es klingt paradox, aber Europa konnte nichts Besseres passieren als Donald Trump.

BK
Lesezeit 2 Min
Donald Trump beim G7-Gipfel in Sizilien.  

Donald Trump beim G7-Gipfel in Sizilien.  

© dpa

Es klingt paradox, aber Europa konnte nichts Besseres passieren als Donald Trump. Sein rüpelhaftes Benehmen, seine unberechenbare Politik, sein persönlicher und nationaler Egoismus haben die Europäer gezwungen, über ihren Kontinent und die EU noch einmal neu nachzudenken.

Als Erstes reagierten die Wähler – in den Niederlanden und in Frankreich. Abgeschreckt vom Populisten Trump erteilten sie Populisten und fremdenfeindlichen Parteien eine Absage. Auch in Deutschland schrumpft die AfD.

Als Zweites besinnt sich die bis zu Trumps Amtsantritt gelähmte und zerstrittene EU. Sie rückt wieder zusammen. Frankreich unter Emmanuel Macron gibt den Takt vor, wie die EU weiter zusammenwachsen kann. Mehr eigene Verteidigung, einen Finanzminister und einen eigenen Etat für die Eurozone, Investitionsprogramme. Und die Stärkung liberaler Werte. Deutschland folgt, zwar noch zögerlich, aber auch Angela Merkel hat verstanden, dass Europa eine feste Burg gegenüber der neuen US-Politik sein muss.

Diese Haltung gipfelt in Merkels international beachteten Sätzen: „Die Zeiten, in denen wir uns völlig auf andere verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei. Wir müssen unser Schicksal wirklich in unsere eigenen Hände nehmen.“ Wenn die EU mit ihren mehr als 500 Millionen Einwohnern einig ist, dann ist sie eine Macht, die auch ein Trump nicht ignorieren kann.

Und für Merkel hat diese Entwicklung im Wahljahr noch einen schönen Nebeneffekt: Wer Trump die Grenzen aufzeigt, punktet bei den deutschen Wählern. Trump wird sich als ihr bester Wahlhelfer erweisen. 

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema