München - Zehn Monate ist die Horror-Tat her, doch sie hat sich in den Köpfen eingebrannt. Denn Dominik Brunner musste sterben, weil er helfen wollte. Heute wird seinen beiden Mördern der Prozess gemacht.Markus Sch. und Sebastian L. sind bundesweit als die S-Bahn-Mörder von München bekannt geworden. Sie haben den 50 Jahre alten Dominik Brunner auf dem Gewissen. Der Manager hatte sich am 12. September 2009 schützend vor eine Gruppe von vier Kindern gestellt, denen Markus Sch. und Sebastian L. (zur Tatzeit 17 und 18 Jahre) 15 Euro abnehmen wollten. Die Jugendlichen schlugen am Bahnsteig Donnersbergerbrücke auf die Kinder (13-15) ein, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen. In der S 7, in der Sch. und L. den Kindern folgten, sollen sie damit geprahlt haben, dass sie die Gruppe überfallen wollen. Brunner bot den Kindern an, mit ihnen an deren Ziel Solln auszusteigen, um sie zu beschützen.Dort kaum es zum Unfassbaren: Die beiden traktierten Brunner mit Faustschlägen und Fußtritten - selbst als er schon auf dem Boden lag. Zeugen beobachteten, das Sch. einen Schlüsselbund in der Hand hielt und L. mit einem Feuerzeug zuschlug. Die Obduktion ergab, dass Brunner mit 44 Schlägen und Tritten malträtiert worden war - 22 dieser Verletzungen führten zum Tod.53 Zeugen und vier Sachverständige sind zum Prozess geladen. Die 90-seitige Anklageschrift wird noch unter Verschluss gehalten, weil das Gericht im letzten Moment noch entscheiden könnte, dass das Verfahren nicht öffentlich stattfindet. Bekannt aber ist, dass die Staatsanwaltschaft den Jugendlichen Mord vorwirft.Da L. zum Tatzeitpunkt erst 17 Jahre alt war, findet das Verfahren vor der Jugendkammer statt. Ob auch im Fall des ein Jahr älteren Sch. Jugendstrafrecht angewendet wird, ist noch offen. Nach Jugendstrafrecht drohen beiden bis zu zehn Jahre Haft. Wird bei Sch. Erwachsenenstrafrecht angewendet, droht ihm eine lebenslange Haftstrafe.Auf dem Prozess lastet eine hohe Erwartungshaltung. Das Urteil wird auch ein Signal sein, wie die Gesellschaft selbstlose Akte der Zivilcourage honoriert und wie mit Jugendlichen umgegangen wird, die solche Taten begangen haben.------------------------------BU: Blumen und Gebinde für den toten Dominik Brunner. Er war unter großer Anteilnahme beerdigt worden. Sein sinnloser Tod hatte die Menschen bundesweit entsetzt. Er wurde posthum mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.
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