"Dogs of Berlin"-Star

Beim Hitlergruß wird Katrin Sass schlecht

Ihre Rolle als Rechtsextreme in „Dogs of Berlin“ lässt sie nicht mehr los.

Karim Mahmoud
Lesezeit 2 Min
Katrin Saas gut gelaunt, aber auch nachdenklich bei der Netflix-Serienwelt-Premiere.

Katrin Saas gut gelaunt, aber auch nachdenklich bei der Netflix-Serienwelt-Premiere.

© dpa

Die Schauspielerin ist in der zehnteiligen Crime-Thriller-Serie über Berlin als Drehscheibe des internationalen Verbrechens (Regie: Christian Alvart) als rechtsextreme Polizistenmutter zu sehen – einer Rolle, die Sass nachhaltig zusetzte. Ihr selbst macht das Thema Rechtsradikalismus Angst, sagte sie am Rande der Premiere: „Dass jemand vor laufender Kamera mit ausgestrecktem Arm durch die Stadt läuft, ist für mich ein echter Horror. Mir wird auch ziemlich schlecht, wenn ich daran denke, wie jung diese Leute sind. Wir haben es selbst nicht erlebt, und unsere Eltern haben kaum darüber geredet.“

Saas ist nicht allein mit ihren Sorgen

Mit ihren Sorgen steht Sass nicht allein da. Auch Regisseur Alvart („Tschiller: Off Duty“) macht sich angesichts der politischen Lage so seine Gedanken. Der 44-Jährige ist umgezogen – um seine vier Kinder zu schützen: „Ich lebe seit 20 Jahren in Berlin und mache mir aufgrund der Entwicklung schon Sorgen um meine afghanische Frau und unsere sogenannten Mischlingskinder. Wir sind auch deshalb von der Mitte Berlins in ein Haus an den Rand von Berlin gezogen.“

Vorher habe er allerdings sehr genau „geschaut, wie da gewählt wird, wie hoch da der AfD-Anteil ist und so weiter, weil ich meinen Kindern die Erfahrung ersparen möchte, dass sie Mobbingopfer werden“. Katrin Sass sagte dem KURIER, wie sehr sie Alvarts Ruhe und Übersicht, auch im größten anzunehmenden Chaos, bewundern würde: „Ich dachte, er muss doch mal ausrasten. Ich dachte, irgendwann muss er laut werden. Macht er aber nicht. Er bleibt immer ganz ruhig.“

Mit dem Resultat auf dem Bildschirm dürfte sie mehr als zufrieden sein (Sass hatte bis Donnerstag noch keine Folge der Serie gesehen). Auch wenn Alvart immer wieder auf plakative Momente setzt, erzeugt er doch in „Dogs of Berlin“ eine Spannung und Intensität, die den Zuschauer in den Bann zieht. Sass: „Da ist er beim Streamingdienst Netflix richtig. Ich glaube, man hat da mehr Freiräume, da spricht keiner rein. Du kannst Deins machen.“

C.Fischer, K.Mahmoud

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