Vor Gericht stehen die 27 und 40 Jahre alten mutmaßlichen Komplizen des getöteten Einbrechers. Den aus Berlin und Neubrandenburg stammenden Männern wird schwerer räuberischer Diebstahl mit Waffen vorgeworfen.
30.000 Euro erbeutet
Der Fall hatte wegen des getöteten Einbrechers über Neubrandenburg hinaus für Schlagzeilen gesorgt. Das türkischstämmige Trio hatte nach den Ermittlungen in der Nacht zum 1. März im Lager des Döner-Imbisses in der Neubrandenburger Oststadt rund 30.000 Euro erbeutet, war aber von Beamten gestellt worden.
Eine Anwohnerin hatte die Männer in der Nacht gesehen und den Notruf gewählt. Polizisten überraschten das Trio beim Flüchten aus dem Bistro.
Tödliche Schüsse
Der dritte Täter hatte die Polizei trotz Warnung sofort mit Reizgas attackiert, ergaben Ermittlungen später. Der angegriffene Polizist schoss und verletzte den 27 Jahre alten Angreifer aus Berlin tödlich.
Nach dem Schuss ließen sich die beiden Anderen widerstandslos festnehmen. Die Ermittlungen gegen den Schützen stellte die Staatsanwaltschaft später ein. Er habe aus Notwehr gehandelt. Dagegen wurden bisher auch keine Rechtsmittel eingelegt.
Haftstraßen bis zu zehn Jahren drohen
Die Komplizen haben den Einbruch nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Groben bereits gestanden. Laut Anklage sollen sie gewusst haben, dass ihr Bekannter im Fall eines Polizeieinsatzes das Reizgas einsetzen wollte, damit alle flüchten können. Ihnen drohen Haftstrafen bis zu zehn Jahren.
Den Prozess nun hätte eigentlich Klaus Kabisch als Vorsitzender Richter der Strafkammer geleitet. Dieser hatte sich nach Gerichtsangaben jedoch unerwartet und kurzfristig erneut krank gemeldet, so dass Deutsch die Leitung übernahm. Die Anwälte wollen nun bis zur Fortsetzung am 24. August eine Besetzungsrüge prüfen.
Dann sollen auch die Anklage verlesen und auch erste Zeugen gehört werden. Ein Urteil wird bisher Anfang September erwartet. Die Herkunft des erbeuteten Geldes ist bisher nicht eindeutig geklärt. Die Festgenommenen gaben an, das Geld soll aus dem Imbissgeschäft stammen. (dpa)
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