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Nach Ermittlungen

Bundesregierung macht Russland für Leipzig-Drohne verantwortlich

Die Untersuchung des Drohnenvorfalls in Leipzig zeigt klare Hinweise auf eine russische Urheberschaft – Russisches Haus und Generalkonsulat schließen.

Foto von Autor/Autorin: Sebastian Karkos
Aktualisiert am Lesezeit 2 Min
Ein Kriminaltechniker ist im August neben einem Sprengroboter auf dem Flughafen Leipzig/Halle im Einsatz. Nach dem Drohnen-Vorfall hatten Spezialisten eine Drohne mit einer Sprengvorrichtung entschärft.

Ein Kriminaltechniker ist im August neben einem Sprengroboter auf dem Flughafen Leipzig/Halle im Einsatz. Nach dem Drohnen-Vorfall hatten Spezialisten eine Drohne mit einer Sprengvorrichtung entschärft.

© Hendrik Schmidt/dpa

Polizeiliche Ermittlungen, Tatmuster und nachrichtendienstliche Erkenntnisse belegen nach den Worten von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt eine russische Verantwortung für den versuchten Anschlag am Flughafen Leipzig. „Die Bundesregierung kommt deswegen zum Schluss, dass Russland den hybriden Angriff in Leipzig am 4. August zu verantworten hat“, sagte der CSU-Politiker am Dienstag in Berlin.

Dobrindt warnt vor hybrider Kriegsführung

Es seien Tatmittel wie die Drohnenkonfiguration, diverse Bauteile, Sprengstoff und Zündtechnik verwendet worden, die aus anderen hybriden Operationen Russlands und dessen Krieg gegen die Ukraine bekannt seien, sagte der Minister.

Für Alexander Dobrindt steht fest: Die Drohne vom Leipziger Flughafen stammt aus Russland.

Für Alexander Dobrindt steht fest: Die Drohne vom Leipziger Flughafen stammt aus Russland.

© Katharina Kausche/dpa pool/dpa

Die vor Ort festgestellte Technik und das Zusammenspiel der einzelnen Elemente müsse als professionell bezeichnet werden und lasse ein hohes Maß an technischer Expertise und erheblichen organisatorischen Aufwand bei der Tatplanung und der Tatdurchführung erkennen.

„Die abschließende Ausführung des versuchten Anschlags ist dem Bereich von Low-Level-Agenten zuzuordnen“, sagte er. Und: „Lassen Sie mich noch deutlich machen: Wir befinden uns nicht im Krieg, aber wir sind tägliches Ziel hybrider Kriegsführung.“

Russisches Haus und Generalkonsulat werden geschlossen

Als Reaktion auf den Anschlagsversuch schließt die Bundesregierung das Russische Haus in der Berliner Friedrichstraße. Zudem muss das russische Generalkonsulat in Bonn bis zum 18. September schließen. Die russische Botschaft hatte eine Beteiligung Moskaus bereits zuvor bestritten. Sie bezeichnete den Vorfall als „fabrizierte Provokation“ und sprach von einer neuen Welle „antirussischer Hysterie in Deutschland“.

Das Russische Haus ist offiziell ein russisches Kultur- und Informationszentrum. Betrieben wird es von der staatlichen Agentur Rossotrudnitschestwo, die seit 2022 auf der Sanktionsliste der EU steht.

Das Russische Haus ist offiziell ein russisches Kultur- und Informationszentrum. Betrieben wird es von der staatlichen Agentur Rossotrudnitschestwo, die seit 2022 auf der Sanktionsliste der EU steht.

© Thomas Trutschel/IMAGO

Russland wird auf Deutschlands Strafmaßnahmen „spiegelbildlich“ reagieren. Die Antwort werde ausfallen wie bei früheren einseitigen und ungerechten Sanktionen, teilte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, der Deutschen Presse-Agentur in Moskau mit. (dpa)

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