Diskus-Stern verglüht bei der Leichtathletik-EM in Barcelona. Weiterhin keine einzige deutsche Medaille

Ausgemüllert Nadine findet nicht den Dreh!

BK
Lesezeit 3 Min

Barcelona - Das ist schade. Das ist bitter. Das ist enttäuschend. Auch nach dem zweiten Tag der Leichtathletik-EM bleibt das deutsche Team ohne Medaille. Ein klassischer Fehlstart!Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt. Ausgemüllert. Für Europas Jahresbeste im Diskuswerfen blieb am Ende nur Frust. Nadine Müller fand überhaupt keinen Dreh, um die böigen Winde in Barcelonas Olympiastadion und vor allem ihre eigenen Nerven in den Griff zu bekommen.Am Ende blieb mit 57,78 m - genau 10 Meter weniger als ihre Bestmarke 2010 - nur der indiskutable achte Platz für die Hallenserin. Sogar geschlagen von Teamkollegin Sabine Rumpf (Niederselters/58,89 m). Geschlagen war Nadine, aber nicht niedergeschlagen. "Ich werde den Kopf nicht in den Sand stecken", so die 24-Jährige, "im nächsten Jahr bei der WM greife ich wieder an." Das Gold holte sich die Jüngste im Feld: Sandra Perkovic (20) aus Kroatien gelangen im letzten Versuch die siegbringenden 64,67 m.Lichtblicke gab es wenige, abgesehen von unseren Power-Frauen Christina Obergföll und Betty Heidler (siehe Text unten). Berlins 1500-m-Läufer Carsten Schlangen erreichte mit Platz drei in seinem Vorlauf locker das Finale. Verena Sailer (Mannheim) überstand die 100-m-Vorläufe trotz Gegenwindes in 11,27 Sekunden als Schnellste, kann heute durchaus in die Medaillen flitzen.Das gelang Sabrina Mockenhaupt, der kessen Frau aus Köln, über die 10 000 m nicht. Dennoch war ihr sechster Platz in einem höllischen Temporennen (Siegerin: Abeylegesse/Türkei) ein Erfolg.Den Höhepunkt des Abends gewann ein Franzose. Christophe Lemaitre ist der schnellste Mann Europas. Er war schon vor der EM als erster weißer Sprinter über die 100 m unter 10 Sekunden geblieben (9,98 Sekunden). Das Finale schien er allerdings fast zu verschlafen. Mit Abstand als Letzter kam Lemaitre aus dem Startblock, konnte aber trotz Gegenwindes doch noch zu einem klaren Sieg rasen. 10,11 Sekunden - nach 48 Jahren haben die Franzosen wieder einen 100-m-Europameister.------------------------------ERGEBNISSEFRAUEN, 20 km Gehen: Gold: Olga Kaniskina 1:27:44 Std.; Silber: Anisja Kirdjapkina 1:28:55; Bronze: Vera Sokolowa (alle Russland) 1:29:32; 4. Melanie Seeger (Potsdam) 1:29:43Diskus: Gold: Sandra Perkovic (Kroatien) 64,67 m; Silber: Nicoleta Grasu (Rumänien) 63,48; Bronze: 3. Joanna Wisniewska (Polen) 62,37; ... 7. Sabine Rumpf (Selters) 58,89; 8. Nadine Müller (Halle) 57,78Weitsprung: Gold: Ineta Radevica (Lettland) 6,92 m; Silber: Naide Gomes (Portugal) 6,92; Bronze: Olga Kucherenko (Russland) 6,8410 000 m: Gold: Elvan Abeylegesse (Türkei) 31:10,23 Min.; Silber: Inga Abitowa(Russland) 31:22,83; Bronze: Jessica Augusto (Portugal) 31:25,77; ... 6. Sabrina Mockenhaupt (Köln) 32:06,02;MÄNNER, Hammerwerfen: Gold: Libor Charfreitag (Slowakei) 80,02 m; Silber: Nicola Vizzoni (Italien) 79,12; Bronze: Krisztian Pars (Ungarn) 79,06100 m: Gold: Christophe Lemaitre (Frankreich) 10,11 Sek.; Silber: Mark Lewis-Francis (Großbritannien) 10,18; Bronze: Martial Mbandjock (Frankreich) 10,18------------------------------BU: Natürlich war Nadine Müller mit sich selbst unzufrieden. Dennoch: Die 24-Jährige hat ihre große Zeit noch vor sich.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema