Diskus-Goldjunge Harting

Alles in Buddha!

Der Mann ruht in sich selbst. Es scheint, als könne nichts und niemanden ihn aufhalten, seinen Weg zu gehen. Den Weg zum WM-Gold. Zur Titelverteidigung. Robert Harting (26) ist Berlins Diskus-Buddha!

Dajana Rubert
Lesezeit 2 Min
Ruht in sich selbst: Weltmeister Robert Harting

Ruht in sich selbst: Weltmeister Robert Harting

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In drei Tagen beginnt die Leichtathletik-WM. Robert Harting ist auch im südkoreanischen Daegu wieder Deutschlands große Gold-Hoffnung. Wie vor zwei Jahren im heimischen Berliner Olympiastadion. Damals zockte er ganz cool, haute im letzten Versuch die entscheidenden 69,43 Meter raus. Danach rastete er aus, riss sich das Shirt vom Leib, flitzte wie ein Derwisch über die blaue Bahn, schulterte entrückt WM-Maskottchen Berlino. Da konnte man meinen: Der Kerl wirft nicht nur eine Scheibe, der hat auch eine.

Stimmt nicht. Ganz und gar nicht. Robert Harting, Bär von einem Mann, bricht eigentlich nie aus sich heraus. Er lässt sich nicht stören, meistert sein Leben. Geradeaus und konsequent.

Das Diskuswerfen hat seinen Tribut gefordert. Knie, Achillessehne und noch ein paar andere Teile seines massigen Körpers sind angegriffen. Aber nicht seine Psyche. „Ich weiß, dass es wehtun wird. Aber das ist okay so“, sagt der Student der Gesellschafts- und Wirtschafts-Kommunikation an der UdK. Er hat in dieser Saison trotz weniger Wettkämpfe schon alle deutlich geschlagen. Den Polen Malachowski, den Letten Kanter, den Litauer Alekna. Nur seinen Trainer noch nicht.

Mit Werner Goldmann, seinem Erfolgs-Coach, misst sich Robert immer mal wieder an der Tischtennisplatte. Zuletzt noch beim Vorbereitungs-Lehrgang in Kienbaum. Bei weitem nicht immer mit positivem Ausgang für den Champion.

Das will er noch ändern. Unbedingt. Das Duell muss er noch beherrschen. Um mit dem süßen Gefühl des Sieges das Unternehmen Gold mit dem Diskus erneut in Angriff zu nehmen. Dann kann der Wettkampf (Quali am Montag, Endkampf am Dienstag) kommen. Dann wird Harting noch ruhiger. Noch optimistischer. Dann ist wirklich alles in Buddha!

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