Diesel in Berlin

Ist der Ruß erst ruiniert ...

Abgase verpesten Berliner Luft – EU schlägt Verbot der Fahrzeuge vor.

N. Koch-Klaucke und E. Baumgärtel
Lesezeit 3 Min
280281 Diesel-Fahrzeuge gibt es in Berlin

280281 Diesel-Fahrzeuge gibt es in Berlin

© dpa Lizenz

Dank Steuervergünstigung und niedriger Treibstoffpreise nimmt die Zahl der Diesel-Fahrzeuge in Berlin zu. 280281 sind es (knapp 16000 mehr als im Vorjahr) aus deren Abgasen in der Luft Stickstoffdioxid entsteht, das unsere Gesundheit gefährdet.

Weil das so ist, gelten EU-weit seit 2010 Grenzwerte, nach denen nur 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter in der Luft sein darf. Doch in Berlin wird dieser Wert täglich massiv überschritten – vor allem an den Hauptverkehrsstraßen. Die Messwerte vom Juni zeigen: Am schlimmsten betroffen sind der Hardenbergplatz mit 57 Mikrogramm, die Silbersteinstraße und die Karl-Marx-Allee (mit je 51 Mikrogramm), der Mariendorfer Damm (49 Mikrogramm) und die Schildhornstraße (48 Mikrogramm). Die Frankfurter Allee überschreitet mit 41 Mikrogramm knapp die Grenze.

„Ich würde mir mein Auto jederzeit wieder kaufen“, sagt Mathias Gradtke (51). Er ist ganz besonders stolz auf seinen Audi Diesel. Und wenn der dann ein bisschen mehr Ruß macht, ist das eben so. „Ich bin Vielfahrer. Da spielen Kosten eine Rolle. Ich habe mir mein Auto aber in dem Glauben gekauft, die Abgaswerte sind gesetzeskonform.“

„Ich würde mir mein Auto jederzeit wieder kaufen“, sagt Mathias Gradtke (51). Er ist ganz besonders stolz auf seinen Audi Diesel. Und wenn der dann ein bisschen mehr Ruß macht, ist das eben so. „Ich bin Vielfahrer. Da spielen Kosten eine Rolle. Ich habe mir mein Auto aber in dem Glauben gekauft, die Abgaswerte sind gesetzeskonform.“

© Friedel Lizenz

„Warum tun denn auf einmal alle so verwundert? Die Verbrauchswerte haben doch noch nie gestimmt. Wieso also die Abgaswerte?“, fragt sich Nadja R. (26). Rein rechnerisch hat sich der Dieselkauf für die Lehrerin gelohnt. Ökologie war beim Anschaffen des Autos eher zweitrangig. „Immerhin hat es eine grüne Plakette.“

„Warum tun denn auf einmal alle so verwundert? Die Verbrauchswerte haben doch noch nie gestimmt. Wieso also die Abgaswerte?“, fragt sich Nadja R. (26). Rein rechnerisch hat sich der Dieselkauf für die Lehrerin gelohnt. Ökologie war beim Anschaffen des Autos eher zweitrangig. „Immerhin hat es eine grüne Plakette.“

© Friedel Lizenz

Um den CO2-Austoß zu verringern, entschied sich Georg Nassauer (67) vor sechs Jahren für seinen VW-Diesel. „Ich wollte mir ein möglichst ökologisches Fahrzeug zulegen.“ Und Volkswagen? „Dem bleibe ich treu!“ Einen Diesel der Umwelt zuliebe? „Da bin ich mir nicht mehr so sicher...“

Um den CO2-Austoß zu verringern, entschied sich Georg Nassauer (67) vor sechs Jahren für seinen VW-Diesel. „Ich wollte mir ein möglichst ökologisches Fahrzeug zulegen.“ Und Volkswagen? „Dem bleibe ich treu!“ Einen Diesel der Umwelt zuliebe? „Da bin ich mir nicht mehr so sicher...“

© Friedel Lizenz

Das Preis-Sprit-Verhältnis bleibt bei Lucas O.s (29) Diesel einfach unschlagbar. „Ich fahre im Jahr 20000 Kilometer. Da lohnt sich ein Diesel immer!“ Einen Benziner würde er sich nie zulegen. „Die Erfahrung zeigt doch, dass man sowieso mehr verbraucht, als der Hersteller angibt.“

Das Preis-Sprit-Verhältnis bleibt bei Lucas O.s (29) Diesel einfach unschlagbar. „Ich fahre im Jahr 20000 Kilometer. Da lohnt sich ein Diesel immer!“ Einen Benziner würde er sich nie zulegen. „Die Erfahrung zeigt doch, dass man sowieso mehr verbraucht, als der Hersteller angibt.“

© Friedel Lizenz

Siegfried L. (77) hat seinen VW überprüfen lassen. Das Auto gehört nicht zu den Problemfahrzeugen. „Ich werde trotz des Skandals weiter Volkswagen fahren!“ Dass er sich 2008 für einen Diesel entschied, war Zufall. „Es gibt andere Marken, die bestimmt wesentlich schlimmer sind!“

Siegfried L. (77) hat seinen VW überprüfen lassen. Das Auto gehört nicht zu den Problemfahrzeugen. „Ich werde trotz des Skandals weiter Volkswagen fahren!“ Dass er sich 2008 für einen Diesel entschied, war Zufall. „Es gibt andere Marken, die bestimmt wesentlich schlimmer sind!“

© Lizenz

Die VW-Affäre um Dieselabgase findet Torsten Winkler (49) nicht beunruhigend. „Zehn Jahre fahre ich jetzt meinen Diesel und es hat sich für mich vor allem finanziell geloht.“ An einen Wechsel denkt er nicht. „Ich fahre im Jahr viele Kilometer. Das Preis-Leistungsverhältnis ist unschlagbar!“

Die VW-Affäre um Dieselabgase findet Torsten Winkler (49) nicht beunruhigend. „Zehn Jahre fahre ich jetzt meinen Diesel und es hat sich für mich vor allem finanziell geloht.“ An einen Wechsel denkt er nicht. „Ich fahre im Jahr viele Kilometer. Das Preis-Leistungsverhältnis ist unschlagbar!“

© Lizenz

Die Europäische Kommission wurmt die Abgaswerte-Überschreitung in deutschen Städten schon lange. In einem Mahnschreiben drängt sie jetzt den Bund, dass „es jedoch durchaus Maßnahmen gibt, wie das Verbot von Dieselfahrzeugen“, um in Städten wie Berlin die vorgeschriebenen EU-Grenzwerte einzuhalten und so die Luftqualität zu verbessern.

Ein Verbot – undenkbar für Berlin. Wie sollen Supermärkte beliefert werden, wenn Diesel-Lkw nicht mehr fahren dürfen? „Es gibt auch keine rechtliche Grundlage“, sagt Michael Thielke von der Senatsumweltverwaltung. Dennoch kämpft Berlin gegen die Diesel-Abgase, um wenigstens ab 2020 die EU-Grenzwerte einhalten zu können. Die BVG will 400 neue Busse mit schadstoffärmeren Systemen bis 2017 anschaffen. 200 alte Diesel-Doppeldecker werden umgerüstet. Ein Teil der Hauptstraßen soll auf Tempo-30-Zonen ausgeweitet werden. Am Dienstag will der Senat beschließen, dass ab 2016 auf Baustellen nur Maschinen mit schadstoffarmen Motoren eingesetzt werden.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema