Berlin - Wenn die Sanierungs-Falle zuschnappt, explodieren die Mieten. Sie schießen jetzt in vielen Kiezen in die Höhe, weil die Wohnungsbaugesellschaften sündhaft teure Modernisierungen planen. Drohende Folge: Sozial schwächere Mieter müssen wegziehen! Dem wollen beherzte Politiker und Verbands-Funktionäre jetzt Einhalt gebieten.Das Vermieter-Schreiben kam einem Schlag in die Magengrube gleich. Die Gesobau kündigte 80 Miet-Parteien in Rosenthal saftige Preis-Steigerungen an - teils um 100 Prozent! Sogar ein Anstieg der Nettokaltmiete von 150 auf 350 Euro ist keine Seltenheit. Die Gesobau begründet das mit einer "energetischen Sanierung" für den Klimaschutz. Doch Andreas Otto (Grüne), Bau-Experte im Abgeordnetenhaus, kann da kein soziales und ökologisches Vermieter-Vorhaben erkennen.Er sagt: "Der Einbau neuer Bäder oder der Umbau von Balkons zu beheizten Wohnräumen sind keine Energiespar-Maßnahmen." Der Senat dürfe keine Teuer-Sanierung zulassen, die von den Mietern abgelehnt wird. Vor allem, wenn die Mieten dann den Rahmen des Mietspiegels sprengen.Für "unzumutbar" hält SPD-Kreis-Chef Alexander Götz aus Pankow die geplante Preiserhöhung bei der Howoge in Buch. Er kämpft für eine "absolute Obergrenze" der Nettokaltmiete von 6 Euro pro Quadratmeter. Ärmere Mieter müssten bei Sanierungen eine Wohngarantie erhalten.Das Problem sieht auch Maren Kern, Vorstand beim Verband der Wohn-Unternehmen BBU. Ihre Forderung an den Senat: "Ein Förderprogramm von bis zu 10 Millionen Euro jährlich könnte die Kosten der Mieter dämpfen." Damit wäre Reiner Wild, Chef des Mietervereins, einverstanden. Aber: "Das Geld muss die Leute erreichen! Etwa als ,Klima-Bonus' auf die Miete von ALG-II-Empfängern."------------------------------BU: Alexander Götz (SPD-Chef Pankow) fordert eine Ober-Grenze für Mieterhöhungen.
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