Moabit - Frech stockte die JVA-Beamtin von der Zahlstelle ihre Bezüge auf: Fünf Jahre lang zweigte Angela M. (42) Geld für sich ab, das Knackis gehörte. Rund 450 Euro im Monat, insgesamt27 000 Euro!Ganz in Schwarz hockte die Abzockerin gestern vorm Richter. Kaum ein Wort von ihr, nur: "Tut mir leid." Ihr Verteidiger: "Sie kann sich nicht erklären, warum sie der Versuchung erlegen ist." Trotz regelmäßiger Kontrollen habe Angela M. "Löcher gefunden".Die Beamtin hatte es bis zur Verwaltungsobersekretärin gebracht. Sicherer Job, um die 2000 Euro netto im Monat. In der Zahlstelle der Justizvollzugsanstalt Plötzensee war sie für Gelder von Gefangenen verantwortlich. Da sammelt sich, was ein Knacki erarbeitet hat.2002 griff sie erstmals in die Kasse. Es waren 342 Euro, die sie so nebenbei für ihren Haushalt ausgab. Die Selbstbedienung im Dienst wurde zur Gewohnheit. Angela M. krallte sich ein, was Häftlinge bei ihrer Entlassung vergaßen. Sie fälschte Belege, sie zahlte sich sogar Geld für längst Abgeschobene oder Verstorbene aus.Der Richter: "Dabei haben Sie doch jeden Tag gesehen, wo Straftäter landen!" Die korpulente Blondine ließ die Bemerkung abprallen. Sie ist seit 2008 suspendiert, bekommt bis heute 1900 Euro im Monat. Damit und mit allen Beamten-Ansprüchen ist es aber vorbei, wenn das Urteil rechtskräftig wird: wegen Untreue in 230 Fällen zwei Jahre Haft auf Bewährung.------------------------------
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