Dies ist das endgültige Ende der Loveparade

Nie wieder Bumm! Bumm!

BK
Lesezeit 2 Min

Jahrelang war die Loveparade für Berlin der Mega-Event. Die Stadt konnte sich in ihrem Glanz sonnen. Hunderttausende kamen, feierten ausgelassen. Nach dem Aus in Berlin zog das Techno-Fest ins Ruhrgebiet, jetzt die Tragödie von Duisburg - und das endgültige Ende der Loveparade.19 Tote - für die Loveparade gibt es keine Zukunft mehr. Der Organisator Rainer Schaller sagte: "Eine Neuauflage der Loveparade wird es nicht mehr geben." Im kommenden Jahr sollte die Veranstaltung eigentlich in Gelsenkirchen Station machen.Dr. Motte, der Erfinder der Loveparade, begrüßte die Entscheidung: "Es ist vielleicht besser so." Er könne verstehen, wenn nach der verheerenden Massen-Panik vielen die Lust auf Festivals vergangen sei.Dr. Motte hatte vor 21 Jahre die Loveparade ins Leben gerufen. Bei der Premiere zogen etwa 150 Techno-Fans über den Kudamm. Motto: Friede, Freude, Eierkuchen. 1994 tanzten bereits 120 000 Techno-Fans um 40 Trucks herum. Die Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf. 1996 kamen 750 000 Raver auf die Straße des 17. Juni im Tiergarten, nachdem der Kudamm zu eng geworden war. 1999 lockte der Musik-Umzug eine Rekord-Besucherzahl: 1,5 Millionen. Doch in dem Jahr verlor die Loveparade auch ihre Unschuld. Der 27-jährige Alexander K. wurde erstochen, der Täter nie gefasst.2002 gab es mit 700 000 Besuchern einen Einbruch. 2004 und 2005 fiel die Parade mangels Sponsoren aus. 2006 feierte die Loveparade ein Comeback mit neuem Veranstalter. Laut Veranstalter waren bis zu 1,2 Millionen Menschen bei dem Umzug dabei. Die Polizei schätzte hingegen nur 500 000 Besucher. 2007 wurde das Ruhrgebiet Austragungsort. In Essen waren 1,2 Millionen dabei, 2008 in Dortmund 1,6 Millionen. 2009 fiel die Parade aus. Bochum hatte Sicherheitsbedenken. Duisburg hatte sie nicht. Das schreckliche Ergebnis kennt jeder ... ausschweifend: Die Loveparade war ein Aushängeschild für die weltoffene Hauptstadt (großes Foto).Rechts: Rainer Schaller organisierte die Parade in Duisburg.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com