Von Kollegen überführt

Klau-Polizist bettelt vor Gericht um Milde

Als Diensthabender hatte er auf der Wache immer wieder gestohlen.

Kerstin Rebien
Lesezeit 2 Min
Nach dem Diebstahl behauptete der Polizist, es sei nie Geld in der Geldbörse gewesen. 

Nach dem Diebstahl behauptete der Polizist, es sei nie Geld in der Geldbörse gewesen. 

© imago/Agentur 54 Grad/Felix Koenig

Plötzlich aber war das Scheinchen weg. Ein Polizist klaut wie ein Rabe – obendrein bei der Polizei? Tatsächlich: Eine Täter-Falle brachte Rainer S. (58) vor Gericht. Da jammerte er: „Ich kann es mir nicht erklären.“ Wahr ist es dennoch.

Als Diensthabender saß er in einer Wache in Spandau, als im August 2016 zwei ehrliche Finderinnen kamen. Kaum waren sie weg, verkündete er: „War gar kein Geld drin.“ Doch einer seiner Kollegen hatte gehört, dass die Mädchen von 20 Euro sprachen. Das Misstrauen war groß. S. wurde befragt. Er bestritt, war empört. Keine Beweise. Der Dieb in Uniform blieb im Dienst. Und die Klauerei auf der Wache ging wohl weiter. Die Richterin zeigte auf die dicke Ermittlungsakte: „Da fehlte andauernd Geld.“ 

5000 Euro Strafe für den diebischen Polizist

S. blieb ein Hauptverdächtiger. Kollegen wollten ihn im August 2017 auf Herz und Nieren prüfen. Ein Portemonnaie, bestückt mit 18 Scheinen, gab ein Beamter als Fundsache ab. 250 Euro! S. protokollierte dreist: „Börse ohne Geld.“ Zwei Klau-Fälle bewiesen. Nun bettelte S. um Milde: „Möchte doch Polizist bleiben.“ Die Richterin: „Kann nicht sein!“ 

Der Noch-Beamte wird bei Laubsägearbeiten, die er nebenbei verkauft, einen Zahn zulegen müssen: Wegen Verwahrungsbruchs und Unterschlagung 5000 Euro Strafe. 
 

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema