Die Software, die Schummler aufspürt So kommt die Uni den Fälschern auf die Spur

Mogel-Dissertationen

BK
Lesezeit 1 Min

Berlin Immer wieder kommt es vor, dass in wissenschaftlichen Arbeiten gemogelt wird, vor allem von Studenten. Die Universität Hamburg hat deshalb ein Anti-Schummel-Computerprogramm angeschafft."Untersuchungen gehen davon aus, dass 50 Prozent aller Studenten schon einmal bei ihren Hausarbeiten fremde Texte abgeschrieben und dies nicht als Zitat kenntlich gemacht haben", sagt Jura-Professor Dr. Hans-Heinrich Trute. Die Studenten suchen im Internet nach Informationen und kopieren die gewünschten Passagen einfach in ihre eigene Arbeit ein - häufig agieren sie dabei so plump, dass es auffällt."Man merkt den Schummel im Wechsel des Stils, zum Beispiel wenn plötzlich hoch elegante Formulierungen auftauchen, die nicht zum Schreibstil des übrigen Textes passen", sagt Professor Trute. Am Fachbereich für Sprache, Literatur und Medien gab ein Student mal einen geklauten Aufsatz ab, den ursprünglich ein Bekannter des Dozenten geschrieben hatte. Dumm gelaufen.Wegen der Schummelei hat die Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften vor fünf Jahren die Plagiatsoftware "Turnitin" angeschafft. Das System funktioniert wie eine Suchmaschine: Die elektronisch eingereichte Arbeit wird mit Texten in der Datenbank verglichen. Nach zehn Minuten steht fest, ob geschummelt wurde oder nicht.

Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com

Lesen Sie mehr zum Thema