Die Schweiz liefert den Regisseur nicht an die USA aus

Polanski frei!

Jürgen Kowallik
Lesezeit 2 Min

Bern - Das hatte keiner erwartet: Die Schweiz liefert Roman Polanski nicht an die USA aus. Der Hausarrest in Gstaad wurde aufgehoben. Polanski ist ein freier Mann.Die Bundesrätin Widmer-Schlumpf begründete die Entscheidung: "Es geht nicht darum, über Schuld oder Unschuld von Roman Polanski zu befinden. Sondern darum, die Nicht-Auslieferung zu begründen." Polanski sei bereits informiert über den Entscheid.Lange hatte es so ausgesehen, als würde die Schweiz Polanski ausliefern. Ausschlaggebend für die Freilassung Polanskis waren zwei Gründe: Zum einen hat die Schweiz von den US-Strafbehörden zusätzliche Angaben zum Fall Polanski verlangt, diese aber nicht bekommen. Es ging um das Protokoll der Befragung des damaligen Staatsanwaltes Roger Gunson. Laut Polanski soll Gunson unter Eid bei seiner Befragung im Februar 2010 erklärt haben: Der für den Fall Polanski zuständige Richter habe am 19. September 1977 gegenüber allen Parteien erklärt, "dass meine Haftzeit im Gefängnis von Chibno die Gesamtstrafe sei, die ich zu verbüßen hatte". Der Oscar-Preisträger verbrachte 1977 insgesamt 42 Tage in U-Haft.Außerdem kommt ein Rechtsgutachten zum Schluss, dass eine Auslieferung gegen den völkerrechtlichen Grundsatz Treu und Glauben verstoßen würde. Polanski reiste seit 2006 problemlos in die Schweiz ein und aus. Er musste auch am 26. September 2009 davon ausgehen, dass er die Schweiz wieder verlassen kann - und nicht verhaftet wird. Polanski sollte sich in den USA wegen Missbrauchs verantworten. Er hatte in den 70er Jahren Sex mit der damals 13 Jahre alten Samantha Geimer.------------------------------

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