Die Rabenmutter von Hellersdorf

Ihre Kinder aßen schimmeliges Mehl, während sie sich vergnügte. Nun stand Julia M....

Ke.
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Vor Gericht versteckte die Rabenmutter ihr Gesicht.

Vor Gericht versteckte die Rabenmutter ihr Gesicht.

© Olaf Wagner

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Eine Nachbarin (73) war es, die in dem Hellersdorfer Haus auf bitterliches Weinen der Jungen reagierte. Als sie vor der Wohnungstür stand und klopfte, schluchzte Leon: „Hast du keinen Schlüssel?“ Sie alarmierte die Feuerwehr.

Es war 10.30 Uhr, als Retter am 13. Dezember mit Gewalt die Wohnung öffneten. Andreas B. (43): „Der Einsatz hat sich ins Gedächtnis eingebrannt.“ Erst die furchtbare Schreie der verlassenen Kinder. Dann bestialischer Gestank und grauenvolle Bilder. Der Feuerwehrmann: „Der Kleinere stand dehydriert im Gitterbett, hatte stehende Hautfalten. Der Große wollte ihn mit Pulver einer verschimmelten Kathi-Backmischung füttern.“ Leon wusste sich nicht anders zu helfen. Der Beamte: „In der Wohnung gab es keine Lebensmittel.“

Aber Ungeziefer und Dreck. Andreas B.: „Die Wände voller Fliegen. Überall volle Windeln. Die Badewanne mit ekliger Flüssigkeit gefüllt.“ Mittendrin die Kinder. Sie kamen ins Krankenhaus, nicht mehr zur Mama zurück. Die trauerte nicht lange: Am Abend ging es geschminkt in die Disco!

Die Rabenmutter nun: „Mir war alles zu viel, verbrachte die Nacht bei einer Freundin.“ Der Vater ihrer Kinder habe sie im Stich gelassen. „Er hatte andere Frauen.“ Müll in der Wohnung habe sie nicht wahrgenommen: „War viel unterwegs.“

Die Jungs leben nun behütet bei der Oma väterlicherseits. Die Rabenmutter: „Natürlich will ich sie zurück.“ Der Richter fassungslos: „Sie habe Ihre Kinder in die Gefahr des Verdurstens gebracht.“ Wegen Aussetzung und Verletzung der Fürsorgepflicht gab es ein Jahr Haft auf Bewährung.

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