Klaus Seidel ist ein erfahrener Seebär. Jeder Bootsführerschein, der in Deutschland möglich ist, steckt in seiner Kladde. Jahrzehntelange Fluss- und Meer-Erfahrung. Gestern allerdings erlebte der Düsseldorfer, der 2006 in die Hauptstadt kam, die Krönung seiner Laufbahn. Er schipperte Queen Elizabeth II., Prinz Philip, den Bundespräsidenten und dessen Lebensgefährtin über die Spree.
Und zwar mit einem historischen Boot. Die „Ajax“, ein offenes Holzschiff aus dem Jahr 1926 (der gleiche Jahrgang wie die Queen), tuckerte fast im Zeitlupentempo vom Schloss Bellevue bis zum Bundeskanzleramt. Immer im Schlepptau: Vermummte Spezialeinsatzkräfte in einem Schlauchboot, um die Queen bei der Bootstour zu beschützen. Für ihren Besuch gilt die zweithöchste Gefährdungsstufe. Unbeeindruckt davon und routiniert gelassen winkte besonders Gauck viel, erklärte seinen britischen Gästen einige Gebäude. Bilder für die Geschichtsbücher.
Bundespräsident Gauck empfing die Königin mit militärischen Ehren.
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Royales Lächeln bei der Ankunft am Schloss Bellevue.
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Polizisten auf Motorrädern - die sogenannten "weißen Mäuse", eskortieren die britische Königin Elizabeth II. und Prinz Philip auf dem Weg vom Brandenburger Tor zum Schloss Bellevue.
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Henriette (9) aus Stahnsdorf mit Papa Frank vor dem Schloss Bellevue.
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Studentin Xenia Reich (19) aus dem Prenzlauer Berg ist Royals-Fan.
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Bundespräsident Gauck, dessen Lebensgefährtin Daniela Schadt, die Queen und Prinz Philip auf der Spree (v.l.n.r.)
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Sänger Ross Anthony stand am Spreeufer – im Schottenrock.
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Angela Merkel führte die Queen persönlich durch das Bundeskanzleramt.
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Ein Moment des Innehaltens. Die Queen in der Neuen Wache.
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Die Königin freut sich über einen Mini-Roboter an der TU.
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Ein Ergebnis „once in a lifetime, unvergesslich und unwiederholbar“, wie Klaus Seidel hinterher gegenüber dem KURIER schwärmt. Auch der Bootseigner Nils Clausen (49), der als zweiter Mann hinter Seidel auf dem Boot mitfuhr, war begeistert. „Mich interessieren Royals eigentlich nicht so. Aber die Queen ist etwas Besonderes, eine echte Grande Dame, fit wie ein Turnschuh und durch ihre Art und Aura einfach nur beeindruckend.“
Schon vor Wochen hatte das Auswärtige Amt nach der Möglichkeit einer Bootstour (gegen Bezahlung selbstverständlich) gefragt. Gestern durchsuchten vor Abfahrt Taucher und Bombenspürhunde das Boot. Kurz vor Abfahrt mimte Clausen den Platzanweiser. „Der Bundespräsident hat mich per Handschlag begrüßt, mit Prinz Philip hatte ich ein kurzes Gespräch und die Queen hat sich für meine Hilfe mit einem zauberhaften Lächeln bedankt.“ Ein Ansprechen der Königin während der Fahrt war für die beiden Kapitäne ein Tabu. Kapitän Seidel: „Für uns galt: Nach vorne gucken.“ Und Kapitän Klaus Seidel? Der genoss das Ganze auf seine Art.
Nachdem die Queen es sicher an Land geschafft hatte, fuhr er zurück zur „Bootsmanufaktur“ nach Oberschöneweide. Hier liegt die „Ajax“. Dort wurde die Royal-Tour erst mal zünftig begossen.
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