Cupertino - Wenn Steve Jobs der Welt sein neuestes Spielzeug präsentiert, sind diese Auftritte präzise inszenierte Gottesdienste - der iGuru beglückt seine Jünger. Doch jetzt reichte eine dürre Mail, um die Computer-Welt in Aufregung zu versetzen. Der Apple-Chef hat sich krank gemeldet und nimmt eine Auszeit.Doch wo andere Blumen und Karten bekommen, konnte der 55-Jährige der Apple-Aktie beim Absturz zusehen: Zeitweise verlor der IT-Konzern am Montag in Frankfurt 20 Milliarden Dollar an Wert. An den US-Börsen sackte die Aktie gestern erst um dramatische sechs, dann immer noch um üble vier Prozent ab."Ich hoffe, ich werde bald zurück sein", hatte Jobs geschrieben. Die Medien spekulieren über Probleme mit der Spenderleber, die er 2009 erhalten hat. Jobs selbst schweigt zu den Details und bittet, sein Privatleben zu respektieren. Eine Strategie, die 2009 schief ging: Anleger machten damals mobil, forderten Details zum Gesundheitszustand des asketisch wirkenden Rollkragenträgers. Der Grund: Kein Unternehmen dieser Größe ist so eng mit seinem Chef verbunden wie die Hardwareschmiede aus Cupertino. Die New York Times: "Würde Jobs das Unternehmen verlassen, die Aktie würde um 25 Prozent abrutschen. Seine Gesundheit ist entscheidend für die Zukunft von Apple."1997 war Jobs nach zwölfjähriger Abwesenheit zum Konzern zurückgekehrt, den er 1976 gegründet hat. Zum Zeitpunkt seiner Rückkehr schwächelte Apple, doch dank Jobs stand der Apfel bald in neuer Blüte: iPod, iPhone und iPad revolutionierten die Unterhaltungs-Elektronik, iTunes den Musikmarkt.Jobs gilt trotzdem nicht unbedingt als Sympath: Ein Egomane, ein Kontroll-Fanatiker und ein etwa 5,1 Milliarden Dollar schwerer Geizkragen mit buddhistischem Glauben und gesunder Diät: Er isst Fisch, nicht Fleisch. Jobs ist Visionär, Technikfummler und Marktschreier in einem - eine für die Branche geniale Kombination. Leider aber rar. Apple ohne Jobs? Kaum vorstellbar.------------------------------
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