Zu Beginn möchte ich eins klarstellen. Ich bin kein Rolling-Stones-Groupie, nein. Wenn es um DIE Frage aller Fragen ging, habe ich mich immer für die Beatles entschieden. All you need is love, Yesterday, Hey Jude ... einfach grandioser Pop! Aber je älter Mick Jagger wird, und sind wir mal ehrlich, meine Güte, der Typ sieht inzwischen aus, wie eine hinterm Schrank vergessene Dörrpflaume, desto sympathischer wird er mir!
Erst vor Kurzem durfte der werdende Vater 73 Kerzen auf der Torte auspusten und ich wette, dass die nachher nicht angeschnitten wurde, sondern dass ihm da mindestens ein heißes Bunny entgegen gesprungen ist, in voller Absicht, mit dem Rock-Opi nicht nur lauwarm Püriertes zu essen, sondern auch ordentlich die Buntkarierten durchzuwühlen und das obwohl dem Jubilar die Klöten inzwischen so weit südlich hängen, dass er aufpassen muss, sich beim Schnürsenkelzubinden nicht ständig selbst zu befummeln. Bitte entschuldigen Sie das letzte Bild, aber das musste mal raus, schließlich schwirrt es MIR ständig im Kopf herum, wenn ich „I can’t get no satisfaction“ im Radio höre.
Nichtsdestotrotz, es sei ihm alles im Leben vergönnt und noch viel mehr. Sir Michael Philip Jagger ist eigentlich auf den ersten Blick völlig ungeeignet, ein Superstar zu sein. Zu klein, die Stimme jetzt auch nicht gerade glasklar und sind wir mal ehrlich, eine Schönheit mit ausgeprägtem Sexappeal sieht anders aus. Er ist die Hummel unter den Stars. Die ist fürs fliegen schließlich auch nicht geschaffen, da sie das aber nicht weiß, tut sie es trotzdem.
Gerade weil der Rolling-Stones-Frontmann so ist wie er ist, rockt er nicht nur die Bühnen dieser Welt, sondern auch das Leben mit so einer überschäumenden Energie, dass ich mir manchmal wünsche, er möge mir ein wenig davon abgeben. Und wenn alles gut geht, bin ich vielleicht auch irgendwann ein bisschen Jagger. Ich hoffe, es gelingt mir.
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