Wer nach Berlins „bester Lage“ sucht, kommt am Westend schwer vorbei. Der Ortsteil von Charlottenburg-Wilmersdorf wurde als Villenkolonie geplant und nach dem gleichnamigen Londoner Stadtteil benannt. Jetzt kann man – wie „Bunte“ berichtet – da wohnen, wo die Guttenbergs residierten.
Der KURIER sagt, was der Käufer für 5,5 Millionen Euro bekommt: Die Gründerzeit-Villa feierte gerade erst 100. Geburtstag. Das Anwesen wurde im Jahr 1913 unter Verwaltung eines „bekannten Architekten“ gebaut. So lautet die Beschreibung eines Online-Anbieters für Luxus-Immobilien („Luxury Estate“).
Die Villa mit einer Gesamtwohnfläche von 534 Quadratmetern steht auf einem rund 1400 Quadratmeter großen Grundstück, in dessen Garten sich zahlreiche Bäume finden. Deshalb wirbt der Anbieter mit einer geschützten Privatsphäre.
Auch innen offenbart sich das Anwesen als das Gegenteil von einem modernen Haus. Der Besitzer mag es scheinbar rustikal, denn auf den drei Etagen finden sich Stuckdecken, Eichenvertäfelungen und ein Marmorkamin. Für die fünfeinhalb Millionen bekommt der Käufer neben dem Grundstück insgesamt 16 Zimmer mit Bereichen für Gäste und Bedienstete, sieben Schlafzimmer und acht Bäder.
Die Beschreibung des Online-Anbieters offenbart einen Höhepunkt: Das Bad „der Eltern“ besitze einen Whirlpool, in dem sich die Guttenbergs wohl entspannt haben dürften. „Luxury Estate“ könnte mit der abschließenden Formulierung gar an Käufer gedacht haben, die nicht so solvent wie die Reichsten der Reichen sind: „Das Souterrain hat einen eigenen Eingang, so kann es als Einliegerwohnung genutzt werden.“
Wieso verkauft Stephanie zu Guttenberg die ehemalige Familienvilla? Geldnöte dürfte das Paar kaum haben. Karl-Theodors Vater Enoch gehört zu den 500 reichsten Deutschen und einen Teil der geschätzten 400 Millionen Euro hat er vor Jahren an seinen in die USA ausgewanderten Sprössling ausgezahlt.
Das Klatschblatt „Bunte“ vermutet, dass sich die Familie von emotionalem Ballast trennen wollte und gerade Inhaberin Stephanie nach den einschneidenden Ereignissen 2011 hier bittere Tränen vergoss.
Ist die Villa verkauft? Online-Plattformen wie Immobilienscout24 oder Immonet hatten die Anzeige am Freitag bereits entfernt. KURIER-Nachfragen beim beauftragten österreichischen Makler „Herzog Immobilien“ stießen auf Ablehnung: Für eine Stellungnahme stehe sie nicht zur Verfügung, sagte Maklerin Karin Marchl. M.F.
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