In Waidmannslust fuhr ein S-Bahn-Fahrer am 30. April mit seinem Zug der Linie S1 an einem Halt-Signal vorbei – auf einem Gleis, auf dem ihm in einiger Entfernung ein anderer S-Bahn-Zug entgegenkam. Erst an der nächsten Weiche erkannte der S-Bahner, dass etwas nicht stimmte.
Verhalten „nicht gemäß den Richtlinien“
Doch nicht er meldete die Situation dem Fahrdienstleiter, sondern der Fahrer des entgegenkommenden S-Bahn-Zuges, der ihm wegen Bauarbeiten im selben Gleis entgegenfuhr und infolge des Vorfalls plötzlich ein rotes Signal bekommen hatte.
„Der Vorfall wird umfassend untersucht, die Ursachen werden lückenlos aufgeklärt“, teilt jetzt eine Bahnsprecherin mit.
„Der betreffende Triebfahrzeugführer wird bis dahin zunächst nicht mehr eingesetzt.“ Er habe sich „nicht gemäß den Richtlinien verhalten“. Eine Gefahr für die Fahrgäste habe aber nicht bestanden, betont die Bahnsprecherin. „Die mehrstufigen Sicherheitseinrichtungen haben ordnungsgemäß funktioniert, die Zwangsbremsung des Zuges wurde ausgelöst“, so die Sprecherin.
Üble Folgen
Die Kontrollsysteme zeigten dem Gegenzug und der Fahrdienstleitung die unberechtigte Weiterfahrt an. Der Bereich ist mit dem neuen Zugsicherungssystem ZBS ausgestattet. Es konnte umsichtig reagiert werden, die Sicherheit des Zugbetriebs blieb gewährleistet, heißt es.
„Sie hatten Glück, dass der Gegenzug noch vor dem Signal war und somit rechtzeitig gestoppt wurde“, entgegnet ein S-Bahner. Im Stellwerk fand dem Vernehmen nach gerade eine Ablösung statt. „Der Fahrdienstleiter hat den Vorfall erst mitbekommen, als sich der Gegenzug meldete.“ Er ist sich sicher: Dieser Vorfall hätte üble Folgen haben können.
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