Berlin - Berlin schaut auf eine Hand voll Hausbesetzer, die unserer Stadt den "Krieg" erklärt haben. Die Polizei befürchtet schwere Ausschreitungen, und diesmal könnten die Befürchtungen wahr werden. Denn anders als bei Häuserräumungen in den vergangenen Jahren, die verhältnismäßig friedlich abliefen, sind Besetzer wie Sympathisanten hochgerüstet.Den ganzen Tag bereiteten sich die Chaoten gestern in der Liebigstraße 14 auf mögliche Krawalle beim heutigen Räumungstermin um acht Uhr morgens vor. Balkone wurden mit NATO-Draht umwickelt, Pflastersteine gebunkert, schwere Metallstangen zu scharfkantigen Speeren umgerüstet. Damit wollen die Hausbesetzer die Polizisten daran hindern, über die Balkon ins Hausinnere zu gelangen. Türen und Fenster sind seit gestern mit schweren Holzbalken verbarrikadiert, ein Eindringen soll somit erschwert werden.Angeblich sollen die Chaoten 15 Zentimeter lange Zimmermannsnägel in die Balken gehauen und anschließend umgebogen haben. Der Zweck: Versuchen Polizeibeamte, die Holzbalken mit einer Kettensäge zu zersägen und geraten dabei an einen der Nägel, wird die Kette dabei zerfetzt, die Säge unbrauchbar gemacht. Das durch die zurückschnalzende Kette extrem hohe Verletzungsrisiko für die Polizisten nehmen die Randalierer dabei in Kauf.Unterdessen äußerte sich Innensenator Ehrhart Körting (SPD) zu der Einsatztaktik der Polizei bei der bevorstehenden Räumung. Die Einsatzkräfte würden zwar "so deeskalierend wie möglich", aber dennoch "konsequent" vorgehen. Er selbst habe allerdings nicht vor, am Ort des Geschehens zu erscheinen. Die Begründung des Innensenators: "Es ist nicht die Aufgabe eines Politikers, dort zu stehen wie ein kleiner Feldherr und Maßnahmen zu beaufsichtigen." Insgesamt wird die Berliner Polizei vom frühen Morgen an mit rund 2000 Beamten vor Ort sein.------------------------------Milchbubis und ihre dumpfe Gewalt-AnsageFriedrichshain - Ein stummes Mädchen im Kapuzenpulli und drei junge Männer, die sich noch nicht lange rasieren müssen und Hochdeutsch vom Typ Bürgersöhnchen reden: Pressekonferenz von Bewohnern der Liebigstraße 14 am Morgen vor der Räumung.Sie sitzen vor dem Altar der ehemaligen Galiläa-Kirche in der Rigaer Straße, heute "Jugendwiderstandsmuseum".Ihr Anwalt schildert, wie er die Räumung noch verhindern will (momit er mittags vor dem Amtsgericht und am Abend vor dem Landgericht scheitert), die jungen Leute reden viel über Gentrifizierung und wenig über sich. Erst nach grobem Nachfragen sagt einer, dass man Miete auf Mietspiegel-Niveau von 1992 zahle. Das wäre etwa 1 Euro pro Quadratmeter.Die Gretchenfrage nach der Gewalt beantworten sie so: "Wir werden das Haus nicht besenrein übergeben". Und: "Mit einer friedlichen Lösung ist dann Schluss, wenn hier 1000 bewaffnete Polizisten auftauchen."------------------------------Zwischenzeile: 2000 BEAMTE WERDEN GEGEN CHAOTEN KONSEQUENT VORGEHENBU: Einer der Hausbesetzter bringt Transparente an der Außenfassade des Hauses in der Liebigstraße 14 an, drückt damit seinen Protest gegen die bevorstehende Räumung aus.BU: Links: In der Nacht zu gestern schraubt ein Chaot mit Pandabär-Maske Metallstangen auf einem Balkon fest. Rechts: Am ganzen Haus hängen riesige Transparente mit verschiedenen Hassparolen gegen die Berliner Polizei.
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