Die Eisbären tanzen im Siegertakt

Die EHC-Cracks bitten in München Ex-Trainer Don Jackson zum flotten Reigen ...

Manfred Hönel
Lesezeit 3 Min
So seh’n Sieger aus. Eisbär Marcel Noebels feiert sein 1:0 gegen Köln.

So seh’n Sieger aus. Eisbär Marcel Noebels feiert sein 1:0 gegen Köln.

© City-Press GbR

Eisbären-Trainer Uwe Krupp ist ein Meister der Taktik, wie die fünf Siege in Folge beweisen. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr tauchte der Kölner Uwe Krupp, wegen seiner Größe auch „Dom“ genannt, im Eisbären-Zwinger auf. Trotzdem verpassten die Berliner im vorigen Jahr die Play-Offs. In einem fahrenden Auto kann selbst der beste Mechatroniker schlecht reparieren.

„Inzwischen haben wir alle die Philosophie unseres Trainers durchgeholt. Unser Spiel wird immer besser. Je mehr Verletzte wir haben, desto enger rücken wir zusammen“, meint Marcel Noebels, zweifacher Torschütze gegen Köln. „Du musst immer so spielen, um das Spiel 1:0 zu gewinnen“, umschreibt Krupp kurz seine Taktik, was nichts anderes heißt, als aus einer kompakten Abwehr schnelle Angriffe zu fahren.

Noch wichtiger als die Taktik ist für Krupp die Moral des Teams: „Bei uns stimmt einfach die Chemie. Wenn es mal nicht so läuft, wird die Schuld nicht von einem zum anderen geschoben. Die Mannschaft hat genug Führungsspieler. Sie suchen und finden dann auch einen Weg zurück zum Erfolg.“ Krupp stimmt kein Lamento wegen der vier fehlenden Verteidiger (Hördler, Gervais, Wissmann und Haas) an. Er schickt Stürmer Florian Busch in die Abwehr und alle staunen. „Buschi hat ein großes Spiel gemacht. Er könnte immer Verteidiger spielen“, findet Noebels.

Echter Hingucker: EHC-Fans im mutigen Partnerlook.

Echter Hingucker: EHC-Fans im mutigen Partnerlook.

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Uwe Krupp ist ein sachlicher Typ, er ließ es sich nicht anmerken, aber es wird ihm runtergegangen sein wie Öl, als die Fans den Haien entgegenschrien: „Mit Krupp wär’ euch das nicht passiert.“ Wahrscheinlich haben sie Recht, zumal dem früheren NHL-Spieler in Köln ziemlich unfair der Stuhl vor die Tür gesetzt wurde. Die Fans am Rhein weinen dem Trainer immer noch hinterher.

Pech für die Rheinländer! Die Fans in Berlin freuen sich. Der Meistertitel scheint jetzt nämlich nicht mehr ganz unwahrscheinlich. Wenn die Berliner heute an der Isar mit nur fünf Verteidigern gegen die Bullen ranmüssen, lässt Krupp kein Gejammer gelten: „Wir haben zwölf gute Stürmer, für die heißt es, eben auch in der Abwehr zu ackern.“

Wenn dieser Plan aufgeht, hat Ex-Eisbären-Trainer Don Jackson doppelt Grund zur Trauer. Nach dem 1:5 in Iserlohn wäre das schwarze Münchner Wochenende perfekt und die Revanche fürs 3:5 im Hinspiel bei den Eisbären gescheitert. M.H.

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