Was haben die katholische Kirche und der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT) gemeinsam? Sicher sind viele Unternehmer katholisch und die katholische Kirche ist mit der Caritas, dem Sozialverband der Katholiken, der größte Arbeitgeber der Republik mit über einer Million Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Soweit so gut.Aber interessant wird es erst, wenn man die moderne Gretchenfrage stellt: Was hältst du von den Frauen? Von beiden Institutionen gibt es tendenziell ähnliche Antworten: wenig oder gar nichts. Die Bundesfrauenministerin Schröder hat vor wenigen Tagen eine Frauenquote für die Führungspositionen in den Unternehmen gefordert. Prompt wurde der Vorschlag vom Präsidenten des DIHT Hans Heinrich Driftmann abgebügelt: Unternehmen müssten ihre Führungspositionen wie bisher unabhängig vom Geschlecht besetzen können.Da ist die katholische Kirche weniger schwammig. Frauen als Diakone und Pfarrer - verboten, Frauen als Bischöfe - ein Sakrileg, Ehefrauen für Pfarrer - eine Todsünde. In wenigen Jahren werden zwei Drittel der Gemeinden keinen eigenen Pfarrer mehr haben, und der Priesternachwuchs tendiert gegen Null. Seit 2008 gibt es pro Jahr weniger als 100 Neupriester in ganz Deutschland. Der Kurie im Vatikan ist das offenbar egal.Frauen machen 50 % der Menschheit aus: Drei Milliarden. Wenn die katholische Kirche und die Unternehmen Frauen aussperren, dann fehlt ihnen die Hälfte des menschlichen Potenzials an Intelligenz und Humanität. Es ist kein Trost, dass es die Taliban genauso machen. Die Diskriminierung von Frauen ist die eigentliche Todsünde.
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