Durchgeführt wurde die vom Institut für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung (IMK) und sie kommt zum Ergebnis, dass einige Ost-Marken im Westen Traumquoten haben. In Hamburg, München, Köln kennen 87 Prozent der Verbraucher Rotkäppchen Sekt (Ost: 92 Prozent), immerhin 77 Prozent Radeberger Bier (Ost: 88 Prozent) und sehr gute 72 Prozent Hasseröder Bier (Ost: 84 Prozent).
Gundula Mieke, Redakteurin Service: Um Bambina Schokolade von Zetti mache ich vorsichtshalber einen großen Bogen. Sie macht süchtig. Einfach ein Stück abbrechen und dann weglegen? Nein, das funktioniert mit Bambina bei mir nicht. Dabei schmeckt diese „Vollmilch Karamell Schokoladenspezialität mit gerösteten Haselnusssplittern“ kaum nach Schokolade. Na ja, Kakao war halt Mangelware in der DDR. Gourmets würden jedenfalls die Nase rümpfen. Auch wenn sie zu süß ist, kaum Schokolade, aber viel zu viel Zucker enthält, beim Abbrechen bröckelt, bröselt und im Mund klebt, ich mag den unvergleichlichen Geschmack von Bambina.
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Stefan Henseke, Stellv.-Lokalchef: Ich habe es probiert: Im Westen Geborenen Spaghetti mit Carnito aufzutischen. Das Ergebnis: Muss-ich-das-aufessen-Blicke. Kein Wunder: Ich kenne keine andere Tomatensauce, die so wenig nach Tomate schmeckt, riecht und aussieht (eher dunkelorange als rot). Aber für mich schmeckt Carnito nach – Kindheit. Bis heute kommt ab und zu der Heißhunger durch. Auf Carnito. Leider hat jetzt die Neuzeit auch nach Carnito gegriffen. Den Klassiker mit den zerrissenen Rindfleischfetzen im Tomaten-Etwas gibt es nicht mehr. Dafür mit Hackfleisch. Und vor Carnito (von Keunecke) mit gebratener Jagdwurst habe sogar ich Angst.
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Alexander Schmalz, Polizei-Reporter: In meinem Freundeskreis gab es eine Phase, da war eine gute Bockwurst von der Tanke Pflichtprogramm nach einer durchzechten Nacht. Doch noch wichtiger als der Brühpuller selbst war ein großer Batzen Bautz’ner Senf zum Tunken. Ich weiß nicht mehr genau, wie es kam, aber wer Ketchup statt Mostrich bevorzugte, war einfach ein Weichei, und wer die Senfpeitsche nicht glorifizierte, war bei uns ein Außenseiter. Die Leidenschaft zur Bockwurst war nach zwei Jahren verflogen – was blieb, war der Bautz’ner, der perfekte Senf mit ordentlich Bums. Noch heute frönen wir diesen Kult – auch beim jährlichen Senfeier-Essen in alter Runde.
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Stefanie Hildebrandt, Redakteurin Lokales: Schon als kleines Mädchen tupfte ich für mein Leben gern in Mamas Cremedose. Wie blütenweiß die Masse da lag! Das Glücksgefühl, wenn ich das Silberpapier ganz langsam von der Creme ziehen durfte und eine kleine, sahnige Welle produzierte. In den Dosen-Deckeln brutzelten wir aus Plasteperlen Untersetzer und verschenkten sie an die Omi. Während die mit 91 noch immer auf Nivea schwört, darf bei mir nur Florena ohne alles ins Gesicht. Im Gegensatz zu all den Schickimicki-Lotionen ist die Flori so herrlich zäh, dass man gezwungen ist Gesichtsgymnastik zu machen, bis alles eingearbeitet ist. Die Geheimwaffe gegen Falten.
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N. Koch-Klaucke, Redakteur Lokales: Mit Schrecken erinnere ich mich daran, wie ich als Kind meiner Mama beim Abwaschen helfen musste. Tassen, Teller, Besteck erst abspülen, dann abwaschen – alles per Hand. Geschirrspülautomaten gab’s in der DDR nicht – aber zum Glück „Fit“. Mit dem Spülmittel ging schon damals der Dreck vom Geschirr leicht ab. Das Schönste war, wenn man den Schniepel von der Plasteflasche abschnitt, um sie so zu öffnen. Dann quollen so schön die Seifenblasen heraus. Heute gibt es leider einen Stöpsel. Trotzdem nehme ich weiter „Fit“ für den schnellen Abwasch, obwohl ich nun auch einen Geschirrspüler habe.
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Größere Unterschiede gibt es beim Waschmittel Spee, von dem im Westen nur 48 Prozent wissen (Ost: 83 Prozent). Ungemach droht! Obwohl im Osten Vita Cola und Florena jedes Kind kennt, fährt die jüngere Generation (bis 40) nicht immer auf Ostmarken ab. Labels wie Rügenfisch oder Burger Knäcke sind ihr weit weniger bekannt als älteren Verbrauchern.
IMK-Geschäftsführer Sören Schiller: „Regionalität und Ostalgie spielen bei Jüngeren eine untergeordnete Rolle.“ Statt auf Patriotismus setzt diese Generation eher auf Qualität und das Preis-Leistungsverhältnis. So wird der Unterschied laut Studie zwischen Ost und West weiter abebben. Preislich gibt es ohnehin kaum Unterschiede. SCHA
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