Mein Papa ist arbeitslos, meine Mama verdient zu wenig. Welches Kind erzählt das schon gerne in der Schule? Für 173.437 Kinder in Berlin bedeutet das aber harte Realität. Sie haben mindestens ein Elternteil, das von Hartz IV lebt.
2015 waren es noch etwa 1000 Mädchen und Jungen weniger. Aufgrund des Bevölkerungswachstums geht aber der prozentuale Anteil zurück: 2015 waren noch 30,9 Prozent der Kinder betroffen. Nun sind es 30. Immer noch viele zu viele.
Die meisten Kinder, die von Kinderarmut betroffen sind, leben in Mitte: Eine neue Statistik des Senats erfasst hier 26743 Heranwachsende. Prozentualer Spitzenreiter bleibt Neukölln. Fast die Hälfte aller Kinder (48 Prozent, insgesamt: 25.292) kommen aus Hartz IV-Familien. Besonders schlimm sieht es auch in Reinickendorf (15.902) und Spandau (15.878) aus. Am wenigsten Hartz IV-Kinder leben in Steglitz-Zehlendorf (5957), Treptow-Köpenick (7647) und Pankow (8788).
In Marzahn-Hellersdorf ging die Zahl der betroffenen Mädchen und Jungen um fast drei Prozentpunkte zurück. Gut sind die Zahlen trotzdem nicht: Betroffen von Kinderarmut sind auch hier 15.383 bis zu 17-Jährige, deren Eltern auf Hartz IV angewiesen sind.
Laut einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung sind nur die Kinder in Bremen noch ärmer als in der Hauptstadt, Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen liegen vor Berlin.
Die aktuellen Zahlen des Senats wurden auf eine schriftlichen Anfrage der Linken-Abgeordneten Katrin Möller (49) veröffentlicht. Sie glaubt, dass die Dunkelziffer höher ist. „Rot-Rot-Grün will jetzt ein Gesetz auf den Weg bringen, das jedem Kind ab drei Jahren sieben Stunden Förderung täglich ermöglicht. Unabhängig von der sozialen Herkunft.“ Berlin sei die Hauptstadt der prekären Beschäftigung. Auch das müsse sich endlich ändern, so die Linken Politikerin im KURIER.
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