DHL-Langfinger vor Gericht

Die Bande der gierigen Paket-Plünderer

Eine Kamera überführte die nun zu Bewährungsstrafen verurteilten Angeklagten.

Kerstin Rebien
Lesezeit 2 Min
Die Angeklagten verbergen im Gerichtssaal ihre Gesichter. 

Die Angeklagten verbergen im Gerichtssaal ihre Gesichter. 

© Olaf Wagner

Die miesen Päckchen-Plünderer nun vor Gericht: Toni B. (25), Kaan B. (25), Clemens S. (26), Hamit B. (26) und Karsten S. (33). Auf „VIP-Pakete“ waren sie vor allem aus – Sendungen, die wegen wertvollen Inhalts zusätzlich gesichert waren. Laut Anklage erbeuteten die Diebe Waren im Wert von rund 30 000 Euro.

Paket-Berge standen unbeaufsichtigt rum

Die Diebe packten nun aus. Toni B., damals Teamleiter in dem Verteilerzentrum: „Anfang 2016 kam ich auf die Idee, mal in Pakete zu sehen.“ Er sei immer der Letzte gewesen, der nach der Spätschicht die Lagerhalle verließ. Da habe er eines Abends auf die Paket-Berge gesehen. Toni B.: „Alles stand unbeaufsichtigt herum. Die Versuchung war da, es war so dumm von mir.“

Alleine traute er sich wohl nicht. Der Klau-Teamleiter: „Ich habe zuerst Kaan B. angesprochen.“ Der war ebenfalls in dem Unternehmen, war als Kurierfahrer angestellt. Kaan B. machte mit. Dann kam mit Clemens S. der beste Freund von B. hinzu, zudem ein Bruder von Fahrer B. und mit Karsten S. ein weiterer Kurierfahrer des Zentrums.

Sie waren auf der Jagd nach wertvollen Dingen. VIP-Pakete waren durch Zwischenlagerung in einer Art Käfig zusätzlich gesichert – allerdings war er oben offen. Handys oder Kameras, Luxus-Uhren oder ausgefallene Schuhe, Staubsauger oder Lautsprecher. Toni B.: „Wenn es nicht wertvoll war, machten wir die Sendungen wieder zu.“

„Wenn es nicht wertvoll war, machten wir die Sendungen wieder zu“ 

Toni B. ging mal mit dem einen Mittäter, mal mit anderen auf Plünder-Tour. Sechs Mal. Der Ex-Teamleiter: „Aber jeder machte da sein Ding.“ Er habe Beute verkaufen wollen. „Ich war in finanziellen Schwierigkeiten.“

Der Klau aber fiel bald auf. Eine Kamera wurde heimlich installiert, ein paar Tage später schnappte die Falle zu: Toni B. und ein Komplize wurden festgenommen. Im Auto lagen zerfetzte Pakete und Beute.

Urteil: Für Toni B. gab es 18 Monate Haft auf Bewährung und 1000 Euro Auflage. Kaan B. bekam ein Jahr Haft auf Bewährung, Clemens S. neun Monate. Hamit B. muss 4500 Euro Strafe zahlen. Das Verfahren gegen Karsten S. wurde gegen 1000 Euro eingestellt. KE.

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