Es ist genau zehn Monate und zwei Tage her, als Hertha in der dritten Quali-Runde zur Europa League mit 1:3 (Hinspiel 1:0) bei Bröndby Kopenhagen rausflog. Für Platte war es einer der bittersten Momente bei den Blau-Weißen.
Es war diese verdammte 34. Minute. Nach dem 1:1-Ausgleich hatte der linke Außenverteidiger einen Blackout. Ihm sprang der Ball an der Strafraumgrenze weg und Bröndbys Teemu Pukki traf zum 2:1. Die Stimmung nach dem Euro-Aus war damals mies. Einige unkten danach sogar schon wieder über einen Bundesliga-Abstieg von Hertha.
Der bittere Moment 2016: Pukki (r.) trifft nach Platte-Fehler zum 2:1 für Bröndby.
© imago/Matthias Koch
Es kam alles ganz anders. Die Blau-Weißen schafften mit Platz 6 die Europa League und Platte wurde am Saisonende für das DFB-Team nominiert. Der gebürtige Schwabe aus Filderstadt lässt sich von Pessimismus nicht anstecken und wegen eines Fehlers schon gar nicht unterkriegen.
Seit Pal Dardai vor 28 Monaten Hertha-Trainer wurde, ist Platte Stammspieler und in dieser Saison erlebte er noch mal einen Leistungsschub. „Natürlich habe ich in den letzten zwei Jahren sehr viel dazugelernt, habe bei Hertha meine Leistung bestätigt“, sagt der Mann mit den wuchtigen und präzisen Freistößen. Sein linker Fuß ist seine Waffe, drei Freistoßtore in der abgelaufenen Saison. Das ist eine Qualität, die nicht viele im Nationalteam haben. Auch deswegen ist seine Berufung ein logischer Schritt.
Doch für ihn ist es mehr, es ist ein gelebter Traum. „Es ist das Ziel eines jeden Spielers, für die Nationalmannschaft mal aufzulaufen. Ich muss jetzt Schritt für Schritt dort machen. Zunächst mal muss ich mich im Team akklimatisieren“, sagt Plattenhardt.
In Bröndby folgt dieser erste Schritt. Bevor in Russland der Confed Cup steigt, geht es Sonnabend in der WM-Quali gegen San Marino weiter. Für Platte ist auch dieses Spiel in Nürnberg eine kleine Reise in die Vergangenheit. Vor drei Jahren spielte er noch für den Club. Er schaut jetzt aber erst mal nach vorne: „Ich freue mich riesig, dass es jetzt losgeht.“
Vielleicht schon mit einem Freistoß-Hammertor in Dänemark. Spätestens dann denkt keiner mehr an seinen Blackout im letzten Sommer. Platte, zeig es Dänen!
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