„weiteres Potenzial zur Optimierung“
Es müsse damit gerechnet werden, dass die Deutsche Wohnen in den neu erworbenen Häusern „bei der Miete kräftig zulangen wird“, um das Geld für den Kauf wieder einzuspielen. Rund 655 Millionen Euro kostet der vereinbarte Erwerb der rund 3900 Wohnungen sowie von 270 Gewerbeeinheiten. Die Transaktion soll im zweiten Quartal dieses Jahres vollzogen werden.
Bei den Immobilien handelt es sich im wesentlichen um „hochwertige Altbau-Gebäude in zentralen Lagen von Berlin, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut wurden“. Die durchschnittliche Vertragsmiete in den Wohnungen beträgt 6,92 Euro je Quadratmeter. Knapp sieben Prozent der Wohnungen stehen leer. Darin sieht die Deutsche Wohnen ein „weiteres Potenzial zur Optimierung“, wie sie es formuliert.
Kräftige Mietsteigerungen
Im Klartext: Bei der Wiedervermietung rechnet das Unternehmen mit kräftigen Mietsteigerungen. Die Deutsche Wohnen, die vor wenigen Jahren die ehemals landeseigene GSW geschluckt hat, ist mit rund 110.000 Wohnungen im Großraum Berlin der größte private Vermieter. Bundesweit besitzt das Unternehmen rund 158.300 Wohnungen. Während sich viele Mieter über die Deutsche Wohnen beklagen, dürfen sich die Aktionäre freuen. Die Deutsche Wohnen erwirtschaftete in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres einen Gewinn von 638,4 Millionen Euro.
Der harte Kurs gegenüber den Mietern stößt aber zunehmend auf Gegenwehr. So beschloss die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Friedrichshain-Kreuzberg einen Antrag mit dem Ziel, die Bewohner der Otto-Suhr-Siedlung vor Verdrängung durch eine teure Modernisierung der Deutsche Wohnen zu schützen. Die Spandauer BVV beauftragte ihr Bezirksamt, auf die Deutsche Wohnen einzuwirken, Missstände wie den Ausfall von Heizungen zeitnah zu beheben.
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