Der zweite Sprayer ist auch tot

Nach dem ICE-Unglück von Rathenow

Claudia Keikus
Lesezeit 2 Min

Rathenow - Seine Eltern, Geschwister und Freunde hatten so gebetet und gehofft. Es war vergebens, der Schmerz seiner Angehörigen ist groß. Nach dem furchtbaren ICE-Drama von Rathenow, bei dem Graffiti-Sprayer Bernhard K. (15) ums Leben gekommen war, starb sein gleichaltriger Freund in der Klinik. Oliver Z. war beim Unglück der rechte Arm abgerissen worden. Die ärztliche Kunst war umsonst.Sprayer - sie riskieren Kopf und Kragen für ihre Bilder. Sie klettern auf Hausdächer, seilen sich von Brücken ab - und sie besprühen auch Züge. Das ist ihre so genannte "Königsklasse". Ein Zug, der mit ihrem Tag (Signatur) durch ganz Europa fährt.Gut möglich, dass Bernhard K., Oliver Z. und dessen Bruder Tom (12) am Freitag auch die Königsklasse für sich wollten.Jetzt sind zwei der Jungen tot. Der ICE 375 erwischte Bernhard frontal und überrollte den Gymnasiasten. Oliver Z. (auch Sprayer) wurde unter einen fahrenden Güterzug geschleudert. Nur Tom blieb unverletzt, kam mit einem Schock ins Krankenhaus (KURIER berichtete).Die Trauer der Familien und der Freunde der Jungen ist unendlich. Rathenows Graffiti-Szene hat 200 Anhänger. Viele der Jugendlichen sind sprachlos, tief betroffen und in sich gekehrt. Aber manche machen in Internet-Foren ihrer Verzweiflung Luft. "Was macht ihr nur?", fragen sie. "Das darf nicht wahr sein!" Und eine Freundin schreibt an ihren Oli: "Ich hoffe, dir geht es da, wo du jetzt bist, besser. Grüß Bernhard schön von mir. Ich hoffe, ihr lasst es euch da oben richtig gut gehen! "------------------------------BU: Oliver Z. starb am Freitagnachmittag im Krankenhaus.

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