Der Tag, als der große Traum platzte

Meine Blauen Briefe warf ich in den Osten

Ulli Rabsch (63) tauschte vor 33 Jahren seine Heimat Kreuzberg gegen Sydney. An den 13. August 1961 erinnert er sich, als wäre es gestern gewesen – den Tag, als sein großer Traum platzte.

BK
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Ulli Rabsch vor der Skyline von Sydney.

Ulli Rabsch vor der Skyline von Sydney.

© Uhlemann Lizenz

Mit seiner Mannschaft, der 2. Jugendtruppe der SV Berliner Amateure, sollte er nämlich an jenem verhängnisvollen Sonntag gegen den BFC-Südring spielen. Doch daraus wurde nichts – weil der Großteil seiner Mitspieler aus dem Osten kam und nicht mehr über die Grenze durfte. „Ich habe als Kapitän auf den Schiedsrichter eingeredet, dass er noch warten möge. Doch meine Jungs kamen nicht. Ich habe sie nie wieder gesehen.“

So hart ihn der Mauerbau traf, für Ulli Rabsch hatte er auch „gute“ Seiten. Blaue Briefe, schlechte Zensuren, Tadel – all dass flog postwendend auf dem Nachhauseweg in die elterliche Wohnung in der Kommandantenstraße über die Mauer. Rabsch heute lachend: „Dass war bestimmt eine nette Lektüre für die DDR-Grenzsoldaten.“ Gebeichtet hat Ulli, der heute als Koch an der australischen Ostküste lebt, all dies seiner Mutter allerdings erst Jahre später.

Die Lohmühlenstraße in Alt-Treptow, 1988 und 2011 verschmolzen durch den KURIER-Grafiker. Wo heute Touristen-Boote über die Spree tuckern, war früher absolutes Todes-Gebiet.

Die Lohmühlenstraße in Alt-Treptow, 1988 und 2011 verschmolzen durch den KURIER-Grafiker. Wo heute Touristen-Boote über die Spree tuckern, war früher absolutes Todes-Gebiet.

© Berliner Mauer Archiv/Hagen Koch/Lebie (Montage: saba) Lizenz

Der Übergang in der Invalidenstraße 1988 und 2011. Der KURIER-Grafiker fügte die Fotos aus beiden Jahren zusammen – viel verändert hat sich nicht.

Der Übergang in der Invalidenstraße 1988 und 2011. Der KURIER-Grafiker fügte die Fotos aus beiden Jahren zusammen – viel verändert hat sich nicht.

© Berliner Mauer Archiv/Hagen Koch/Lebie (Montage: saba) Lizenz

Im Café Adler trafen sich Spione, Informanten und Journalisten. Aus dem eigentlich abrissreifen Gebäude hörte die CIA den Osten ab.

Im Café Adler trafen sich Spione, Informanten und Journalisten. Aus dem eigentlich abrissreifen Gebäude hörte die CIA den Osten ab.

© Berliner Mauer Archiv/Hagen Koch/Lebie (Montage: saba) Lizenz

Der „verschmolzene“ Blick von der Oberbaumbrücke auf das Ost-Ufer. Rechts die alten Grenzanlagen, links der nach der Wende sanierte Speicher.

Der „verschmolzene“ Blick von der Oberbaumbrücke auf das Ost-Ufer. Rechts die alten Grenzanlagen, links der nach der Wende sanierte Speicher.

© Berliner Mauer Archiv/Hagen Koch/Lebie (Montage: saba) Lizenz

Die Platte an der Ecke Voßstraße/Wilhelmstraße wurde 1988 errichtet. Der KURIER-Grafiker ließ Heute und Damals in einem Foto verschmelzen.

Die Platte an der Ecke Voßstraße/Wilhelmstraße wurde 1988 errichtet. Der KURIER-Grafiker ließ Heute und Damals in einem Foto verschmelzen.

© Berliner Mauer Archiv/Hagen Koch/Lebie (Montage: saba) Lizenz

In Schwarz-Weiß: die Sebastianstraße auf der Westseite der Mauer im Jahre 1988. In Farbe: Ingeborg Skiba schaut 2011 von ihrem Balkon im Osten auf die Sebastianstraße.

In Schwarz-Weiß: die Sebastianstraße auf der Westseite der Mauer im Jahre 1988. In Farbe: Ingeborg Skiba schaut 2011 von ihrem Balkon im Osten auf die Sebastianstraße.

© Berliner Mauer Archiv/Hagen Koch/Lebie (Montage: saba) Lizenz

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