Sie wollten die Räumung der Liebigstraße 14 mit allen Mitteln verhindern. Doch am Ende siegte die Staatsgewalt über Hass und Gewaltbereitschaft der autonomen Szene rund um das nun ehemals besetze Haus im Friedrichshain.Um die Räumung noch zu verhindern, versammelten sich bereits in der Nacht über 100 Anhänger der Hausbesetzer. Kaum einer der meist schwarz gekleideten Chaoten ist nüchtern. Als wenig später die Polizei erscheint, fliegen erste Steine und Flaschen. Die Polizei zieht sich zunächst zurück, die Chaoten feiern das grölend als Teilsieg.Doch im Morgengrauen entern Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) die Dächer der umliegenden Häuser. Danach besetzen bewaffneten Elitepolizisten das Dach der Liebigstraße 14. Beim Versuch, eine Balkontür am besetzten Haus zuzuschweißen, setzt ein Chaot versehentlich ein Hass-Transparent in Brand.7.40 Uhr rollen Polizei-Bagger und Mannschaftswagen an, die Gegend um die Liebig 14 wird weiträumig abgesperrt. Die Chaoten aus den benachbarten Häusern versuchen die Einsatzkräfte mit höllischem Lärm abzuschrecken. Von Balkonen und Fenstern aus trommeln sie wild auf Kochtöpfen, lassen aus Lautsprechern Sirenen aufheulen.Doch die Polizisten bleiben unbeeindruckt. 8 Uhr fährt ein spezieller Einsatzwagen vor. Der Einsatzleiter befiehlt: "Zugriff!" Dann brechen Polizisten mit Äxten die Tür von dem seit 20 Jahren besetzten Haus auf.Die Beamten kämpfen sich durchs Gebäude, beseitigen Barrikaden, brechen vermauerte Türen auf, stoßen auf Widerstand der Chaoten. Fünf Polizisten werden verletzt. Währenddesssen, tobt der Mob auf der Frankfurter Allee. Hunderte vermummte Chaoten legen zwei Stunden den Verkehr zwischen Frankfurter Tor und Alex lahm, werfen Flaschen und Steine auf die Polizisten, die mit Wasserwerfern und Räumfahrzeugen vor Ort sind.Vorm besetzten Haus erscheint der Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele (Grüne). Er kritisiert die Räumung. Wie Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne). Der Mann, der noch aus dem Umfeld der Hausbesetzer Morddrohungen erhalten hat, sagt: "Das ist kein guter Tag, wir verlieren ein wichtiges alternatives Projekt."Um 13 Uhr ist die Hass-Festung fest in der Hand der Polizei. Die Beamten führen neun Hausbesetzer ab.------------------------------Mit Rammbock und Mega-SchutzschildDie Hausbesetzer hatten ihr Gebäude geschützt wie eine Festung - mit Mauern, Stacheldraht und angespitzten Eisenpfählen. Doch die Polizei war auch vorbereitet, hatte alles dabei, um eine Festung zu stürmen. Sogar ein Rammbock kam zum Einsatz. Schon im Mittelalter wurden so Burg-Tore geknackt.Vorschlaghammer, Trennschleifer, Kettensäge, Gerüste, Äxte - mit dem Arsenal der Polizeikräfte ließe sich ein Handwerkermarkt einrichten. Und dann kam noch eine Eigenkonstruktion zum Einsatz: ein überdimensionales Schutzschild, das gleich mehrere Beamte zur Abwehr gegen Steinwürfe, Farbbeutel-Attacken und andere Angriffe nutzen können. So etwas hatten sogar schon die alten Römer...------------------------------Zwischenzeile: DIE LIEBIGSTRAßE WAR WEITRÄUMIG ABGESPERRTZwischenzeile: AUF DER FRANKFURTER ALLEE TOBTE DER MOBBU: Auch eine Kettensäge gehört zur Ausrüstung der Polizei. BU: Mit einem selbstkonstruierten Schutzschild wehren die Beamten Angriffe ab.BU: Polizisten stehen vor dem Haus in der Liebigstraße 14.BU: Widerstand der Chaoten auf dem Balkon.
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