Die Zahlen sind eindeutig: Der defensive Mittelfeldspieler spielte in dieser Saison bisher 14-mal. Hertha holte in diesen Spielen 21 Punkte und konnte die bisherigen sechs Siege nur mit Skjelbred einfahren. Fünfmal war er nicht dabei. Für die Blau-Weißen setzte es da vier Niederlagen und gab es ein Remis.
Auch in Wolfsburg war es so. Eigentlich hätte Schelle nur auf der Bank gesessen. Weil aber Vladimir Darida Fieber bekam, war der Wikinger-Staubsauger wieder in der Startelf und brachte das Glück. Hertha gewann in der letzten Minute durch Dodi Lukebakios Kopfballtor 2:1.
Diesmal räumte Skjelbred mit Neuzugang Santiago Ascacibar vor der Abwehr alles ab. Zum ersten Mal spielten die beiden nebeneinander. „Das klappte schon ganz gut. Klar ist, dass man erst seinen Partner und seine Laufwege kennenlernen muss“, sagt Schelle.
Das ist der große Vorteil des Norwegers. Mit seiner Erfahrung und Routine kann er sich schnell an neue Situationen anpassen. Dazu hat er die Gelassenheit. Immer wieder betont er: „Im Sommer vor der Saison muss ich kämpfen, um überhaupt in den Kader zu kommen und zu spielen. Das ist für mich völlig normal. Es ist doch klar, dass sich der Verein mit Spielern verstärkt. Das ist auch gut so. Hertha muss schließlich besser werden.“
Sein Ego stellt er zurück, doch irgendwann greifen die Trainer dann wieder auf Mr. Zuverlässig aus Skandinavien zurück. Das war bei Pal Dardai so, auch bei Ante Covic und jetzt bei Jürgen Klinsmann.
Skjelbred ist wichtig auf dem Platz, aber auch in der Kabine. Mit seiner Lockerheit und seinem Optimismus hilft er dem Team auch in der jetzigen schwierigen Situation weiter. Alle wissen, was sie an Schelle haben.
In der Winterpause gab es ein erstes Gespräch mit Manager Michael Preetz wegen einer Vertragsverlängerung. Denn Schelles Ein-Jahres-Kontrakt läuft im Sommer aus. Ende März soll es eine zweite Verhandlungsrunde geben, weil bei Hertha noch unklar ist, wer ab Sommer Cheftrainer ist.
Auch dieses Warten lässt Skjelbred völlig kalt. Er hat sogar Verständnis dafür. Schließlich muss der zukünftige Coach ja ein Wort mitreden.
Doch wer kann zu einem Sieggaranten schon Nein sagen?
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