Der Potemkinsche Knopf Wussten Sie es? Viele "Anforderungstaster" schalten gar nicht eher auf Grün

Wahrheit über die Fußgänger-Ampel

Norbert Koch-Klaucke
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Berlin - Von wegen, das grüne "Signal kommt" gleich. Die gelben Schaltkästen an vielen Fußgänger-Ampeln sind eine echte Mogelpackung!Über 2000 Ampelanlagen gibt es in Berlin, an fast jeder fünften hängt so ein "Anforderungstaster", von denen viele glauben, er schaltet für Fußgänger die Ampel schneller auf Grün. Irrtum, wie der KURIER-Test zeigt.Der Fußgänger-Übergang, der zur Alexanderstraße und zum Kauftempel "Alexa" (Mitte) führt: Drückt man dort den Taster, schaltet die Ampel nach 33,06 Sekunden auf Grün. Wenn nicht, schaltet die Ampel auch in 33,06 Sekunden auf Grün.Beim Übergang über die Karl-Liebknecht-Straße am Bahnhof Alexanderplatz ist es völlig egal, ob man da den Knopf drückt oder nicht. Dort schaltet die Fußgänger-Ampel mit einer speziellen Technik eh nach Verkehrsdichte auf Grün. Kommen viele Autos, dauert es 40 Sekunden und länger. Kommen wenige, sind es nur 20 Sekunden. Der Taster (kostet um die 200 Euro) ist scheinbar an dieser Anlage eine völlige Geldverschwendung.Die Ampel-Umschalter ohne Wirkung: Diese Knöpfe sind wie die Potemkinschen Dörfer, die Fürst Potemkin 1787 im alten Russland als bunte Kulisse auf der Krim aufbaute, damit Zarin Katharina II. glaubte, die öden Gegenden dort sind bewohnt.Was sagt die Verkehrsverwaltung zu den Potemkinschen Ampel-Knöpfen? Sie sind nicht nur zum raschen Grünschalten da! "Sie sollen etwa an Hauptstraßen dafür sorgen, dass Fußgänger überhaupt Grün bekommen, Grünphasen länger dauern", so Expertin Claudia Schiewe.------------------------------BU: KURIER-Reporter Norbert Koch-Klaucke stoppt die Ampel am Bahnhof Alexanderplatz: Bei Knopfdruck und viel Autoverkehr war es in 40 Sekunden Grün. Ohne Taster und wenig Verkehr sogar in 20 Sekunden.

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