Amelie (12) und Jana (6) genießen das Abtauchen im Schaumstoffwürfel-Becken. Auch das Befreien aus der Riesen-Kiste ist Sport – so muss es sich anfühlen, im Treibsand zu stecken.
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Fliegen müsste man können. Einmal die Schwerelosigkeit spüren – wie ein Astronaut. Zugegeben: Es ist nicht leicht, einen Job im All zu ergattern. Aber: Wer hat gesagt, dass man in den Weltraum fliegen muss, um sich schwerelos zu fühlen? Mal so richtig die Bodenhaftung verlieren – das geht neuerdings auch in Berlin. Und zwar ohne Rakete, sondern auf dem Trampolin.
Trampolin? Richtig gelesen. „Manche sagen, das Springen auf einem Trampolin verleihe Flügel. In jedem Fall bekommt man bei diesem Sport Gefühle, die es in keiner anderen Disziplin gibt“, sagt Maren Hüsch. Die 33-Jährige ist Standortleiterin bei „Jump House“ in Reinickendorf – in einer ehemaligen Fabrik in der Miraustraße steht seit März Deutschlands größtes Trampolin-Reich!
4000 Quadratmeter zum Austoben. Neben dem Hauptfeld mit 70 einzelnen Trampolinen gibt es auch Spielfelder für Völkerball, ein monströses Luftkissen für Gefühle wie auf Wolke sieben und ein riesiges Becken voller Schaumstoffwürfel, in das die Gäste hüpfen können. Was skurril klingt, ist ein Trend, der aus Amerika nach Deutschland schwappt.
Celine (22), die hier arbeitet, beherrscht den Sprung-Salto schon perfekt.
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„Der Hype kommt aus den USA, in Las Vegas öffnete vor über zehn Jahren der erste Trampolinpark“, erklärt Hüsch dem KURIER. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gibt es unzählige solcher Parks. Die Unternehmer Till Walz und Christoph Ahmadi waren begeistert von den Hallen – und brachten den Hüpf-Wahnsinn nach Deutschland. Sie entschieden 2014, dass dieser Sport auch hierzulande Fans finden könnte. Hüsch: „Noch im gleichen Jahr eröffneten sie den ersten Park in Hamburg – da war Berlin nicht weit weg.“
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Seit März wird in Reinickendorf gesprungen. Doch auch wenn es zuerst lustig klingt, ist Trampolinspringen nicht nur ein spaßiger Sport. Sogar die Nasa habe Tests mit der Disziplin gemacht, sagt Hüsch. 1979 und 1980 wurden mehrere Sportler bei einer Vergleichsstudie auf Trampoline und zum Joggen geschickt. Das Ergebnis: Springen ist effizienteres Training für das Herz-Kreislauf-System – und zudem gesünder und gelenkschonender als das Laufen.
4000 Quadratmeter groß ist die Halle in Reinickendorf. Hier können sich junge und ältere Hüpfer in verschiedenen Bereichen richtig austoben.
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Und das ist nur ein Aspekt. Hüsch: „Das Hüpfen setzt viele Glückshormone frei, macht gute Laune und verbrennt über 1000 Kalorien pro Stunde.“ Es hilft dem Gleichgewicht. Und: Es ist ein Sport für jedermann. „Jeder, der laufen kann, kann auch Trampolinspringen.“
Auch die KURIER-Reporter wagten sich auf die Trampoline. Fazit: Im ernsten Moment fühlt es sich seltsam an, keinen festen Boden unter den Füßen zu haben. Mit jedem Sprung wird das Gefühl vertrauter – nach wenigen Hüpfern gibt’s kein Halten mehr! Auch der Sprung in die Grube voller Schaumstoff macht Laune, das Befreien aus den Würfeln ist allein eine sportliche Übung.
Die Grube ist es auch, die Amelie (12) und Jana (6) besonders viel Freude macht. „Man wird so herrlich aufgefangen, kann reinspringen ohne sich zu verletzen“, sagt Amelie. Auch zu Hause haben die beiden ein Trampolin im Garten, hüpfen täglich. Wie Maxi – die 24-Jährige arbeitet im Jump House, beherrscht Sprünge, von denen die KURIER-Reporter (bisher) nur träumen. „Und ich versuche mich immer zu verbessern“, sagt sie. „Ich liebe den Sport. Man springt, es macht Spaß, dadurch vergisst man die Anstrengung. Und trotzdem merkt man, dass man mächtig ins Schwitzen kommt!“
Aber: Besonders Anfänger sollten das Springen nicht unterschätzen. „Wir raten, es langsam anzugehen“, sagt Hüsch. „Die Bewegung spannt den ganzen Körper an, geht sehr in die Muskeln.“ Man sollte sich nicht überschätzen, „sondern langsam ein Gefühl dafür entwickeln.“ Jeder Gast bekommt rutschfeste Spezialsocken, die für Trampoline produziert sind. Und: die Sprungzeit beträgt zum Schutz der Gäste maximal zwei Stunden, dann ist Pause angesagt.
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