Viele Bauherren, die von Allergien geplagt werden oder Wert auf wohngesunde eigene vier Wände legen, sind auf der Suche nach "ihrem" Baustoff schließlich beim Lehm fündig geworden.Der erdigen Masse wird die Fähigkeit nachgesagt, Dampf und Gase - sowie Staub - aufzunehmen, zu speichern und Luftfeuchtigkeit verzögert wieder abzugeben. Diese Besonderheit wirkt sich günstig auf das Raumklima aus: Die Luft ist nicht zu trocken und nicht zu feucht. Doch Lehm ist nicht gleich Lehm, so Experten der Wüstenrot Bausparkasse AG. Er ist ein Gemisch aus dem Bindemittel Ton sowie den Füllstoffen Feinsand (Schluff) und Sand. Je nach Fundort ist er unterschiedlich zusammengesetzt. Die Aufbereitung ist ganz wichtig. Spricht man von magerem oder fettem Lehm, bezieht sich dies auf den Tongehalt und die für die Statik eines Gebäudes wichtige Festigkeit des Materials, die Bindekraft.Lehm ist nicht wasserfest und daher unbedingt vor Regen und Frost zu schützen. Bei Holzkonstruktionen dienen Lehm und Holzschnitzel oft zum Ausfachen der Wände. Holz wird, wenn es von Lehm umschlossen ist, konserviert und getrocknet und kann somit nicht faulen. Lehm muss, konventionell verarbeitet, bis zu sechs Wochen trocknen. Inzwischen gibt es aber maßgenaue Lehmbau- und Trockenputzplatten für den Innenausbau, vorgefertigt und getrocknet. Für bessere wärme- und schalldämmende Eigenschaften können dem Leichtlehm organische Stoffe wie Stroh, Flachs, Kork oder wiederum Holz beigemengt werden. Schließlich gibt es den Stampflehm für Fußböden sowie für Innen- und Außenwände.Lehm-Innenputze enthalten keine Zusätze, bestehen also aus reiner Erde. Es gibt sie in verschiedenen Farben. Sind sie mit Pflanzenfasern und Stroh vermischt, verändert sich die Oberfläche des Putzes und gewinnt zusätzlich an Charme. Der Putz kann geglättet oder rau gestaltet und anschließend bei Wunsch mit einer diffusionsoffenen Farbe gestrichen werden. Am besten eignet sich Marmormehl-Kaseinfarbe, abgetönt mit Pigmenten in schönen Erdfarben.------------------------------
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