Leni Riefenstahl

Hitlers Propaganda-Muse kehrt zurück nach Berlin

Die über 700 Kartons kommen als Schenkung nach Berlin.

BK
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Riefenstahl gibt Anweisungen: Aus handwerklicher Sicht war Riefenstahl eine der bedeutendsten Regisseurinnen.

Riefenstahl gibt Anweisungen: Aus handwerklicher Sicht war Riefenstahl eine der bedeutendsten Regisseurinnen.

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Riefenstahls Ex-Sekretärin und Alleinerbin Gisela Jahn will es so: Das umfangreiche Konvolut, zu dem auch vergessene Filmaufnahmen gehören sollen, geht an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz.   Jahn hatte das Material selbst erst 2016 erhalten – nach dem Tod von Leni Riefenstahls 40 Jahre jüngerem Mann und Mitarbeiter Horst Kettner. Vorher lagerte das Erbe verborgen in der Riefenstahl-Villa am Starnberger See in Bayern.

Leni Riefenstahl kurz vor ihrem Tod: Sie zeigt ihre Sammlung von Filmrollen in ihrer See-Villa  in Bayern.   

Leni Riefenstahl kurz vor ihrem Tod: Sie zeigt ihre Sammlung von Filmrollen in ihrer See-Villa  in Bayern.   

© dpa

Für die Aufarbeitung bedarf es viel finanzieller Förderung

Der Inhalt der 700 Kisten soll jetzt von der Stiftung und der Deutschen Kinemathek aufgearbeitet werden. „Wir haben mit dem Riefenstahl-Nachlass eine besondere Verantwortung für die kritische Auseinandersetzung“, sagt Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung. Die Rolle Riefenstahls in der NS-Diktatur müsse bei der Aufarbeitung des Erbes im Vordergrund stehen. Gleichwohl habe Hitlers Lieblingsregisseurin, die mit Vorliebe gestählte Körper inszenierte, ein zu ihrer Zeit „bahnbrechendes ästhetisches Werk“ abgeliefert.

Auch Rainer Rother von der Deutschen Kinemathek bewertet Riefenstahl aus handwerklicher Sicht als eine der bedeutendsten Regisseurinnen der Filmgeschichte. Er hofft jetzt, noch unbekannte Fragmente der 2002 erstmals gezeigten Doku „Impressionen unter Wasser“ zu finden. 

Adolf Hitler (M) bei der Eröffnung der XI. Olympischen Spiele mit Rudolf Heß (2.v.l.), Joseph Goebbels (8.v.l.), Hermann Göring (9.v.l.) und Leni Riefenstahl (r) an der Kamera.

Adolf Hitler (M) bei der Eröffnung der XI. Olympischen Spiele mit Rudolf Heß (2.v.l.), Joseph Goebbels (8.v.l.), Hermann Göring (9.v.l.) und Leni Riefenstahl (r) an der Kamera.

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Für die Aufarbeitung des Materials müssen nun viele Anträge auf finanzielle Förderung gestellt werden. Der Fotobestand soll im Museum für Fotografie am Bahnhof Zoo untergebracht werden. Hier wird seit 2004 auch das Werk Helmut Newtons gezeigt, mit dem Leni Riefenstahl in ihren späten Lebensjahren befreundet war. Die Korrespondenzen, Tagebücher und Manuskripte sollen künftig von der Staatsbibliothek betreut werden.

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