Alina Levshin (30). Deutscher Filmpreis für den Neonazi-Film „Kriegerin“. Deutschlands Regisseure reißen sich um die Schauspielerin. Auch Jan Josef Liefers (50) kam jetzt in den Genuss ihrer Vorzüge. Fürs ZDF drehten beide den Thriller „Der Mann ohne Schatten“ (12. Januar, 20.15 Uhr.) Nicht irgendwo, auf Kuba! Levshin spielt eine geheimnisvolle Femme fatale, die in Wahrheit fürs kubanische Innenministerium spitzelt. Sie und Liefers landen - natürlich - im Bett. Karim Mahmoud sprach mit der Berlinerin.
Sie durften auf Kuba drehen und dann auch noch Frauenschwarm Jan Josef Liefers küssen. Was hat mehr Spaß gemacht?
Kuba ist ein sehr interessantes Land und das Arbeiten dort hat es mir ermöglicht, einen kleinen Einblick in das Leben dort zu gewinnen. Dafür bin ich sehr dankbar. Das Arbeiten mit Jan Josef Liefers war auch ein großer Gewinn für mich. Ich habe viel gelernt und natürlich hat die Arbeit Spaß gemacht, wobei solche Kussszenen dann tatsächlich mehr Arbeit als Spaß bedeuten. Schließlich ist das mein Beruf eine Figur zu spielen, die unterschiedliche Dinge tun muss.
Aber die Kolleginnen waren schon neidisch, oder?
Ich wüsste eigentlich niemanden, denn das Team kannte sich bereits sehr gut und alle konnten sich sehr gut leiden.
Sie spielen eine gefährliche und sehr verführerische Frau. Warum hat Sie ausgerechnet diese Rolle so ausgefüllt?
Ich habe die Geschichte sehr spannend gefunden und eine Figur wie eben diese noch nicht gespielt. Die Herausforderung, in einer anderen Sprache sprechen zu müssen, ist immer reizvoll für mich als auch schon den erwähnten Cast. Es waren einfach so viele tolle Leute, mit denen ich Arbeiten durfte.
Haben die Hautnah-Szenen mit Liefers auf Anhieb geklappt oder muss man sich am Set erst tagelang beschnuppern?
Ich glaube, diese Szenen standen nicht als erstes auf dem Drehplan, aber wir haben auch schon ein paar Tage vorher die Möglichkeit gehabt, mit dem Regisseur Carlo Rola über das Buch zu sprechen und die Inhalte und Ziele der Szenen zu besprechen. Abgesehen davon ist es, wie gesagt, Arbeit und so oder so muss man dann die Szenen spielen, die im Buch geschrieben sind. Ob man sich mag oder nicht. Mit Jan Josef Liefers habe ich mich aber zum Glück gut verstanden.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, was Alina Levshins Mann zu den Liebesszenen sagt.
Was sagt eigentlich Ihr Mann, wenn Sie im fernen Kuba betörende Liebesszenen drehen?
Meine Familie und mir nahestehende Personen wissen sehr gut, dass das meine Arbeit ist und können das abstrahieren. Sie wissen, dass das nur eine Rolle ist, die ich spiele, ich also nicht aus einem privatem Interesse heraus diese Dinge tue. Sonst müsste ich mich immer rechtfertigen und das kostet dann viel Energie. Ich habe da zum Glück das Vertrauen auf meiner Seite.
Kuba ist erschreckend runtergerockt. Was hat Sie auf der Tropeninsel am meisten geschockt?
Das stimmt, Kuba hat eine ganz tolle Architektur, aber die Gebäude werden einfach nicht mehr gepflegt und es herrscht noch dazu Wohnraummangel. Mich haben die provisorischen Wohnungen überrascht. Es gibt Gegenden, wo die Menschen, meistens eine ganze Familie, zwischen selbst angebrachten Holzbalken in Ruinen leben. So etwas wäre in Deutschland undenkbar.
Ist die politische Situation immer noch bedrückend und haben Sie als Schauspielerin davon etwas mitbekommen?
Ja, ich habe einen kleinen Eindruck bekommen. Die ganz große Freiheit ist nicht zu spüren und die Armut ist groß, doch die Menschen sind dennoch optimistisch. Sie leben in schwierigen Verhältnissen, strahlen trotzdem Stolz und Würde aus und sind sehr kreativ. Sie singen und tanzen auf den Straßen und genießen das Leben.
Wie sehr bedrückt es Sie eigentlich, was momentan in Ihrer alten Heimat, der Ukraine, geschieht?
Ich denke, das ist auf jeden Fall eine bedrückende Situation, aber ich rede nicht gerne über Politisches.
Wünschten Sie sich, der Westen wäre versöhnlicher?
Das ist eine sehr komplizierte Situation und ich kann nur hoffen, dass es bald besser wird, damit die Zivilbevölkerung nicht weiter darunter leiden muss.
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