Geisterbahn „Höllenblitz“, Riesenrad, der Turm, von dem sich Weihnachtsmarkt-Besucher aus 90 Metern Höhe in die Tiefe fallen ließen: Fünf Wochen herrschte Nervenkitzel und Action am Alexa. Fast zwei Millionen Besucher kamen auf den Markt, der mit 25.000 Quadratmetern fast so groß wie dreieinhalb Fußballfelder ist.
„An dem Markt hängen viele Jobs“, sagt Michael Heige (37), Chef der Überschlagschaukel „The King“.
© gudath
Doch jetzt steht dort das weihnachtliche Rummel-Vergnügen vorm Aus. „Das Areal ist Bauland. Wenn da nächstes Jahr gearbeitet wird, können wir den ,Winterzauber’ wohl nicht mehr durchführen“, sagt Veranstalterin Carmen Blume (42). „Allein mit bis zu 5000 Quadratmetern weniger Fläche würde der Markt an seine Wirkung verlieren“.
Martin Pallgen, Sprecher der Senatsbauverwaltung, bestätigt: „Direkt hinter dem Alexa, wo der ,Höllenblitz’ stand, werden ab Sommer Wohnungen gebaut.“
Laut Bezirksamt Mitte stehen noch drei weitere Projekte an. Für ein Hotel an der Stralauer Straße soll 2016 die Bauplanung beschlossen werden. Mit Baubeginn im Dezember scheint ein Weihnachtsmarkt unmöglich. Dazu kommt noch das Einkaufs- und Sport-Zentrum „Volt Berlin“, für das schon der Bauantrag eingereicht wurde. In Planung ist noch ein Bürogebäude.
„Spuk“-Geisterbahn-Chef Richard Sipkema (42) sagt: „Dieser Markt ist der Beste, darf nicht sterben.“
© gudath
Wie soll es nun mit Berlins ältesten Weihnachtsmarkt weitergehen?
1931 stand er erstmals am Lustgarten, in den 50er Jahren auf dem Schloßplatz, seit 1973 am jetzigen Standort. Der Weihnachtsrummel war schon zu DDR-Zeiten sehr beliebt. „Wir suchen mit Hochdruck nach einem neuen Ort, am besten in Alex-Nähe. Doch das wird schwer“, sagt Veranstalterin Blume.
Die 150 Schausteller verlieren ungern den traditionellen Platz. „Der ,Wintertraum am Alexa’ ist und war für uns eine sichere Existenzgrundlage“, sagen sie.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com