Naina hat sich nach dem Sturm, den sie mit ihrem Tweet entfacht hat, erstmal eine Twitter-Pause verordnet. In Zukunft wolle sie einbisschen mehr darauf achten, was sie twittert, sagte Naina bei TV Total.
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Nainas Tweet hat eine Diskussion ausgelöst.
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Keine Lust gehabt: Tonia (22) aus Friedrichshain ist sich sicher: „In der Schule hätten wir überhaupt keinen Bock auf solche Alltags-Themen wie Miete, Steuern und Versicherung im Unterricht gehabt. Gut wäre ein bisschen mehr Hilfestellung aber sicher schon gewesen. Ich muss heute ab und zu meine Eltern fragen, wenn ich bei praktischen Dingen nicht weiter weiß.“
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Will Alltagskunde: Denis (21) aus Tempelhof bekennt: Nach der zehnten Klasse wusste ich nicht, was Steuern sind und was man damit anstellt. Ich hätte das wirklich niemandem erklären können „Was nützt mit Geometrie, wenn ich nicht weiß, wie ich eine Überweisung machen, oder Geld abheben soll?“ Wir hätten ein ganzes Fach wie Alltagskunde gebraucht.
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Leider nur labern: Rebecca (14) ist in der neunten Klasse und hat noch viel Zeit, sich auf die echten Hürden des Erwachsenen-Alltags vorzubereiten. Neben der Unterstützung von den Eltern hofft sie da auch auf die Schule. „Da gehören gut verständliche Informationen über Miete und Steuern hin.“ Im Ethikunterricht werde an ihrer Schule bisher leider nur gelabert.
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„Schnulli“ hält auf: „Erst jetzt, in der Berufsschule fange ich so langsam an, einen Plan vom Leben zu haben“, erzählt die angehende Köchin Vanessa-Patricia (18). Unter Freunden sei es schon länger Thema: in der Schule lernt man kaum etwas, was einem das Leben leichter macht. „Französisch, Spanisch und so ein Schnulli – das hält nur auf, das brauche ich später sowieso nicht.“
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Selber machen: Ashima (14) aus Charlottenburg: „Wir müssten viel mehr Sachen alleine machen dürfen, dann lernt man selbstständig zu sein. Durch eine Steuererklärung muss man sich doch später auch alleine durchkämpfen. Infos suchen, in Projekten das echte Leben durch spielen - das bringt etwas. Mein Bruder musste in der Schule sogar schon eine eigene Firma gründen.“
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Sache der Schule: „Naina hat Recht“, findet Azubi Carina (20). „In Sachen Versicherungen zum Beispiel hat mir erst meine Bank erklärt, was wirklich wichtig ist. Da hätte ich in der Schule gern mehr drüber erfahren. Zur Not kann man ja auch immer noch seine Eltern fragen.“ Aber eigentlich sei die Vorbereitung auf das echte Leben schon eine Sache der Schulen.
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Reinwachsen: Natalie (21) macht nach ihrem Hauptschulabschluss gerade eine Ausbildung zur Konditorin. „Ich glaube, man wächst erst nach und nach in seine Rolle als Erwachsener hinein. Schule kann und soll da gar nicht alles leisten“, meint sie und fühlt sich von ihrer Schule ganz gut aufs Leben vorbereitet. „Man wächst mit seinen Aufgaben.“
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Mit ihrem Tweet über zu viel Gedichte und zu wenig Steuern im Stundenplan löste die 17-Jährige ein mittleres Bildungsbeben aus.
Fragt man Berliner Schüler, finden sie das Gezwitscher der Kölnerin „voll gut“ und „krass richtig“. Lernen fürs Leben in der Schule? „Never, Alter“.
Die zuständige Senatsschulverwaltung und der Landeselternausschuss haben dazu eine differenziertere Sicht. Beate Stoffers von der Senatsschulverwaltung kann sich nicht vorstellen, dass Naina in der Schule nichts über Steuern, Miete und Versicherung gelernt hat.
Selbst wenn es so wäre, sollte sie als Gymnasiastin in der Lage sein, sich nötige Infos selber zu beschaffen. Wir vermitteln fächerübergreifend Medienkompetenz.“
Sozialkunde, Wirtschaft, Politik und Recht sind Bestandteile der Rahmenpläne. „Die neuen Pläne sehen sogar eine Stärkung der Verbraucherbildung vor.“
Vielleicht hätte es Naina schon geholfen, wenn sie Begriffe wie Selbstständigkeit und Eigenverantwortung durch die Google-Suche gejagt hätte? Dass sie fit am Computer ist, hat sie bewiesen.
Auf ihrem Twitter-Kanal, den jetzt 17.000 abonniert haben, schob sie nach: „Niemand bringt uns bei, wie man auf eigenen Beinen steht.“
Aber ist das Aufgabe von Schule? „Schule ist in der Pflicht, Kinder auf das Leben vorzubereiten“, sagt Norman Heise, Vorsitzender des Landeselternausschusses.
Er ist dankbar, dass das Thema wieder diskutiert wird. Schüler müssten Inhalte einfordern, die ihnen wichtig seien. SHI
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