Telekom und BVG

Der Kampf gegen die Kupfermafia

Wegen Kabeldieben hatte die U7 Probleme. Bei der Telekom setzt man auf Präventivmaßnahmen.

Holger Schacht
Lesezeit 2 Min
Telekom-Techniker Sven Bierend zeigt ein Hauptkabel: 1,50 Meter lang, 14 Kilo schwer.

Telekom-Techniker Sven Bierend zeigt ein Hauptkabel: 1,50 Meter lang, 14 Kilo schwer.

© Teich Lizenz

5,31 Euro ist aktuell der Marktwert von einem Kilo Kupfer – und darum geht es den Ganoven. Nachts waren sie in den Tunnel hinterm U-Bahnhof Britz-Süd eingedrungen, wo und wie ist noch unklar. Zunächst hieß es bei der BVG, 100 Meter Kabel seien gestohlen worden. Später zieht BVG-Sprecher Markus Falkner die erste Einschätzung zurück: „Es war ein versuchter Diebstahl, es wurde nichts geklaut.“

Die Täter wurden offenbar gestört, hatten die 100 Meter Kabel allerdings schon zerschnitten. Als gegen 4.30 Uhr der Zug Richtung Rudow unterwegs war, verhedderte sich der Stromabnehmer der Bahn in den frei herumhängenden Kabelenden, nahm 250 Meter Kabel mit – Kurzschluss! Der Zug rollte noch bis zur Johannisthaler Chaussee. Tausende Fahrgäste waren betroffen. Bis die Ersatzbusse bereit standen, setzte die BVG Taxis ein.

Falkner liegen keine Gesamtzahlen zum Kabel-Klau bei der BVG vor: „Das geschieht bei uns äußerst selten.“ In Gegensatz zur Bahn und der Telekom. Die lässt seit 2013 ihre Kabel oberirdisch mit einer Flüssigkeit durch Drohnen besprühen. Eine Mischung, die es in sich hat. Sie enthält einen DNA-Code und winzige Metallplättchen (zwei Millimeter Durchmesser).

Die schimmern unter UV-Licht in der Telekom-Farbe Magenta. Telekom-Techniker Dr. Rüdiger Caspari: „So konnten die Behörden eine ganze Reihe von Diebstählen aufklären, der Täter habhaft werden.“ Denn jedes Kabelstück lässt sich durch die Markierung eindeutig zurückverfolgen. Zudem haftet sie auf Haut, Kleidung, Autos, Werkzeuge der Diebe. Inzwischen schmiert die Telekom auch in Schächten.

Das hat sich bei den „Herren“ der Unterwelt rumgesprochen. 2013 kam es bei der Telekom in Berlin und Brandenburg zu fast 100 Kabel-Diebstählen. 2014 sind’s bisher 58. Bei der BVG wird die Flüssigkeit noch nicht verwendet.

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