Wolfgang Utzt (76)

Der Mann hinter den Masken

Seine Arbeit prägte das Deutsche Theater. Nun wurde er für sein Lebenswerk geehrt.

BK
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Die ganze Welt der Wandlungen: Wolfgang Utzt in der Ausstellung seiner Masken in Neuhardenberg. 

Die ganze Welt der Wandlungen: Wolfgang Utzt in der Ausstellung seiner Masken in Neuhardenberg. 

© Patrick Pleul/ZB/dpa

Wenn Wolfgang Utzt (76) die Ausstellungshalle am Schloss Neuhardenberg (Märkisch-Oderland) betritt, packt ihn jedes Mal Ergriffenheit. Denn in der Schau von Bewerbern um den Brandenburgischen Kunstpreis sind seine Werke zu sehen – Köpfe eleganter Damen und Herren, unheimliche Fratzen, Monster: Der Meister der Masken, lange Jahre Chefmaskenbildner am Berliner Deutschen Theater, wurde für sein Lebenswerk geehrt.
„Dieser Preis hat mich sehr gerührt“, sagt Utzt.

Seit 1979 hatte er die Abteilung mit 15 Maskenbildnern geleitet und über 100 Inszenierungen betreut, in Zusammenarbeit mit Autoren und Regisseuren wie Heiner Müller, Frank Castorf oder Friedo Solter, mit Schauspielern wie Ulrich Mühe, Dagmar Manzel oder Dieter Mann. Vor 15 Jahren hat er das Theater verlassen.

Faszinierende Masken

Zu jeder Maske hat Utzt die Entstehungsgeschichte parat. Er beschreibt anhand von Fotoserien, wie er einen Schauspieler binnen 15 Minuten altern lassen konnte. Oder wie schwer es ist, eine Maske aus Leder in die richtige Form zu bekommen. „Das war einfach mein Leben, nicht nur acht Arbeitsstunden lang am Tag.“ Am Inszenierungsprozess immer dicht dran zu sein, war für ihn faszinierend und erfüllend.

Vorsicht, bissige Maske: Wolfgang Utzt erklärt seine Arbeit. Der gebürtige Lausitzer lebt im Oderbruch und macht Bücher für die Enkeltöchter.

Vorsicht, bissige Maske: Wolfgang Utzt erklärt seine Arbeit. Der gebürtige Lausitzer lebt im Oderbruch und macht Bücher für die Enkeltöchter.

© dpa

Die meisten seiner Kreationen werden von der Stiftung Stadtmuseum in Berlin bewahrt. „Utzt hat diese Art der Theaterkunst zur Hochblüte geführt. Seine Masken faszinieren, weil sie einen Menschen komplett verändern können“, sagt Bärbel Reißmann vom Stadtmuseum.

Die Kreativität ist ein Teil von Utzt

Auch in Hamburg und München wurden seine Werke gezeigt, der Maskenbildner erreichte im Ruhestand plötzlich einen großen Bekanntheitsgrad. Warum seine Kreationen Betrachter in den Bann ziehen? Utzt:. „Jeder kennt doch den Wunsch, sich einmal in jemand anderes zu verwandeln.“

Gezeigt werden jetzt auch Arbeiten, die nach seiner Zeit am Theater entstanden – Zeichnungen lustiger Tiere, die Utzt für eine Enkelin schuf. „Das Gürteltier kam nachts um vier“, heißt sein Kinderbuch. „Ich habe eigentlich immer künstlerisch was gemacht. Die Fantasie, die in mir ist, kann ich nicht einfach ablegen“, sagt Utzt.

Die Werke Utzts sind Teil einer Ausstellung von 88 Künstlern, die sich am Brandenburgischen Kunstpreis beteiligt hatten. Geöffnet bis 2. September, Di-So., 10-18 Uhr. Eintritt 5/3 Euro.

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