Berlin "Meine Ambition ist Hamburg." Ein Satz, der klar machen soll: Ich bin zum Bürgermeister gewählt - und das bleibe ich auch. Doch klar ist auch: Der Riesensieg von Olaf Scholz macht ihn automatisch zum Kandidaten für mehr. Kann Scholz Kanzler?Auf allen sechs Etagen im Willy-Brandt-Haus hatten sich Mitarbeiter der SPD-Parteizentrale aufgebaut, um laut zu jubeln, als Scholz das Foyer betritt. Viele von ihnen kennen ihn noch als Chef. Von 2002 bis 2004 war er schließlich Generalsekretär. Sie haben ihn sehr geschätzt. "Wegen seiner totalen Zuverlässigkeit", wie ein Mitarbeiter sagt.Auftritt Scholz um 9.45 Uhr - Riesenapplaus. Sigmar Gabriel: "Der Beifall zeigt: Wir freuen uns über jeden Wahlsieg, aber über diesen ganz besonders." Immer wieder lobt der Parteichef den Wahlsieger, der auch sein Stellvertreter ist. Und das bleiben möchte.Öffentlich will ihn niemand in der SPD als möglichen Kanzlerkandidaten für 2013 ins Spiel. "Aber natürlich kann keiner an diesem großartigem Ergebnis vorbeischauen", sagt einer aus der Fraktionsführung.Bislang galten Gabriel und Oppositionschef Frank-Walter Steinmeier als mögliche Merkel-Herausforderer. Doch auch in den anderen Parteien wird Scholz als Polit-Profi geschätzt. Mit Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) duzt er sich schon lange. Als Arbeitsminister gehörte er zu den Besten im Kabinett der Großen Koalition. Und, als Franz Müntefering 2009 den SPD-Chefsessel abgab, bewies Scholz Machtinstinkt: Über Nacht verteilte er mit Gabriel, Klaus Wowereit und Andrea Nahles die Posten innerhalb der Partei.Unklar ist noch, wer Scholz-Nachfolger als Vize-Fraktionschef im Bundestag wird. Denkbar ist sogar, dass die Stelle aus Kostengründen eingespart wird.
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