Der Despot flüchtete mit Familie in seine Luxusresidenz nach Scharm el-Scheikh

Kairo jubelt: Mubarak gibt auf!

BK
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Kairo Endlich: Ägyptens Präsident Husni Mubarak hat seinen Rücktritt erklärt - das teilte sein Vize Omar Suleiman mit. Er legte die Macht in die Hände des Militärs. Die Menschenmasse in Kairo reagierte mit Jubelstürmen. Der Despot flüchtete indes mit seiner Familie in einem Hubschrauber aus Kairo - in seine Luxusresidenz in Sharm el-Sheikh am Roten Meer.Die Menschen konnten es erst nicht fassen, erwachten aber schnell aus ihrer Schockstarre: Mubarak geht! Nach 18 Tagen Massenproteste.So schnell hatte sich das Blatt gewendet. Noch 24 Stunden vorher hatte Mubarak stur verkündet, dass er bleibt und nur ein bisschen seiner Macht an seinen Vize Suleiman abgibt. Als autoritärer Herrscher hatte er zu seinem Volk gesprochen. Wie ein gütiger Vater zu seinen zornigen Kindern. Das Volk erstarrte Donnerstagabend, reagierte verzweifelt. Aber auch friedlich. Bedrohlich friedlich. Demonstranten zeigten mit Gesten ihre Verachtung für ihren Herrscher, der - so schien es noch gestern Nachmittag - wie Pattex an seinem Stuhl klebt.Der Tag nach der erschütternden "Ich-bleibe-doch"-Rede von Ägyptens Präsident Husni Mubarak. In Kairo, Alexandria und anderen Städten zogen erneut Hunderttausende auf die Straße.Die Menschen versammelten sich in Kairo auf dem Tahrir-Platz, vor dem Präsidentenpalast. Panzer rollten auf, zeitweise sah es aus, als wollten die Demonstranten Mubaraks Festung stürmen. Stattdessen beteten viele vor dem Machtzentrum. Blieben friedlich. Während sich der Despot und seine Familie mit einem Hubschrauber ins Luxus-Urlaubsparadies am Roten Meer ausfliegen ließen.Indes wurden die Gesten der Demonstranten immer deutlicher. Das Zeigen von Schuhsohlen drückte ihren Zorn aus. Die Schuhsohle gilt als besonders unrein, da sie im Alltag den schmutzigen Boden berührt. Schlimmer konnten die Ägypter ihre Meinung über Mubarak nicht deutlich machen!Die Armee hielt sich gestern zurück, setzte auf Neutralität. Der von vielen erwartete Putsch gegen Mubarak blieb aus - verständlich, wie sich nachher rausstellte. Stattdessen gab die Armeeführung Garantien für einen politischen Reformprozess ab. Kündigte an, sie werde den Weg zu freien und fairen Wahlen und zu einer demokratischen Gesellschaft sichern.Der historische Tage in Ägypten - nach Wochen der Massenproteste beugte sich der "Pharao", zog sich nach 30 Jahren Regentschaft zurück. Was am Tag zuvor noch nicht gelungen war, das schafften die ägyptischen Massen gestern: Sie jagten den verhassten Diktator endlich aus dem Amt.------------------------------Zwischenzeile: Ägypter zeigten höchste Verachtung für Mubarak Zwischenzeile: Nach 30 Jahren zog sich der "Pharao" zurück------------------------------BU: Hunderttausende hatten sich wieder auf dem Tahrir-Platz versammelt. Als die Nachricht vom Rücktritt des Despoten kam, gab es kein Halten mehr.

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