Teure Autos sei er gefahren, habe immer alles mit Kreditkarte gezahlt und sei dabei ehrlich zu den Frauen gewesen, behauptet Reinhard Steinberg heute. „Ich kam im Wedding richtig gut an.“
„Ich will meinen Sohn zurück!“
Vor ein paar Wochen sei er aber von seiner letzten Frau, Seherezada M. (27), verlassen worden. Allein sitzt Reinhard Steinberg nun rauchend auf dem Sofa und zählt seine ganzen Kinder auf. Nicht einfach, den Überblick zu behalten. „Thorsten ist schon 44 Jahre, im Jahr 1974 geboren. Danach kommen Jasmin, Jan, Bianca, Jacqueline, Nicole , Kerstin, Nicole und Katharina, ...“
Ein paar Mal muss der Hartz-VI-Empfänger schlucken. Drei der Kinder seien schon verstorben, erzählt er. „Das 20. starb nach der Geburt, zwei kamen bei einem Autounfall ums Leben“. Die Auflistung seiner Kinder endet mit Fernando (16 Monate). Ihn hat Seherezada M. mitgenommen. Sie wohnt jetzt bei ihrem früheren Lebensgefährten.
Reinhard Steinberg wütend: „Klar, sie hat das Sorgerecht, doch ich will meinen Sohn zurück!“ Er fühlt sich betrogen. Sein Vorwurf: Seherezada M., eine Serbin, wollte sich mit dem Kind ihren Aufenthalt in Deutschland sichern. „Ich habe das dem Jugendamt gemeldet, nehme mir einen Anwalt“, sagt er.
Eine traurige Lebensgeschichte
Tatsächlich ist Reinhard Steinberg selbst beim Jugendamt im Bezirk Mitte ziemlich bekannt. „Die betreuen mich seit 40 Jahren“, sagt er selbst. Viele Jahre kümmerte er sich als Alleinerziehender um vier seiner Kinder. Unterhalt für die anderen habe er aber nicht zahlen müssen, seitdem er 2004 arbeitslos wurde.
Schlagzeilen macht Steinberg auch 2009, als kurz vor Weihnachten die Decke seiner Wohnung einstürzte (KURIER berichtete). Heute lebt nur noch ein Sohn, der 13-jährige Manuel bei ihm.
Traurig erklärt der Vielfach-Papa seine Lebensgeschichte: „Viele meiner Frauen sind an Krankheit verstorben. Und ich habe immer wieder den Neuanfang versucht.“ Nun habe er aber genug. „Ich habe mein Soll erfüllt und will keine weiteren Kinder mehr.“
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