Der Berliner Thilo Mischke über die Lust junger Leute an treuen, ruhigen Beziehungen

Schluss mit dem Sex-Stress

Sascha Langenbach
Lesezeit 2 Min

Berlin - Thilo Mischke ist zwar erst 29 Jahre jung. Aber von Sex hat der gebürtige Friedrichshainer schon genug - jedenfalls wenn ihm jemand erzählen will, wie es angeblich richtig geht oder Lust mit sportlicher Höchstleistung verbunden ist. "Wir sind doch keine Geschlechts-Roboter!"Der irre Wettlauf um den besten Sex, für Buchautor Mischke ist es Zeit, ein Stopp-Zeichen zu setzen. "Welchen Sex man genießt, muss man schon selbst rauskriegen. Und was ich möchte, muss ich meinem Partner auch ehrlich mitteilen", sagt er. Auf Ratgeber zur Sex-Optimierung könne man getrost verzichten, "so etwas erzieht nur zur Unselbständigkeit."Mischke räumt in "Wir, intim. Das Sexbuch" (Heyne, 11,99 Euro) auf mit vermeintlichen Sex-Weisheiten. Den Stress, sich durch geile Filmchen bei "Youporn" auf extreme Sachen vorzubereiten, könne man sich sparen. Ja, Sex sei schnell zu bekommen, gerade in Großstädten. "In meiner Generation gibt es aber den großen Wunsch nach Treue und Ruhe in der Beziehung."Zwar gehe es beim Sex-Spiel oft auch um Macht, etwa beim Oral-Sex, schreibt Mischke in seinem bisweilen drastischen, aber spannendem Werk. Aber Rohheit, Gewalt, Sado-Maso-Fantasien seien doch eher die Ausnahme. Guten Sex könne jeder haben, bei einem gewissen Maß an Toleranz und Offenheit zwischen den Partnern: Dann sei Sex kein Mysterium mehr, sondern eine Sprache, die weltweit gesprochen werde. "Sozusagen das Esperanto der Muschis und Schwänze."------------------------------

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