Die Postleitzahl, unter der ein Berliner Schüler gemeldet ist, entscheidet immer noch stark über seinen schulischen Erfolg – oder Misserfolg. Trotz aller Anstrengungen der Berliner Bildungspolitik hat sich daran wenig geändert. In Steglitz-Zehlendorf machten zum Beispiel im vergangenen Schuljahr fast zwei Drittel aller Schulabgänger das Abitur. In Marzahn-Hellersdorf war der Anteil der Schüler mit Abitur nicht einmal halb so hoch (31,8 Prozent). Das teilte die Bildungsverwaltung auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Joschka Langenbrinck mit.
Auffällig ist auch ein Ost-West-Unterschied
Und noch etwas sticht hervor. Auch im vergangenen Schuljahr verließ immer noch fast jeder zehnte Jugendliche die Schule ohne Abschluss. Dieser Wert ist kaum besser als in den vergangenen Jahren. Und er verteilt sich in Berlin sehr unterschiedlich. „Das werden wir so nicht hinnehmen“, sagt SPD-Bildungspolitikerin Maja Lasic. Man wolle in Brennpunktschulen mehr Sozialarbeiter einsetzen und den Lehrern dort einen Bonus einräumen.
Neu ist, dass nach Neukölln nun der Außenbezirk Spandau die meisten Jugendlichen ohne Schulabschluss vorweist. Offenbar auch eine Folge davon, dass ärmere Familien wegen der steigenden Mieten dorthin verdrängt werden. In vielen Bezirken ist der Anteil der migrantischen Schulabbrecher besonders hoch. Ohne Abschlusszeugnis droht jungen Menschen lebenslange Abhängigkeit von Stütze.
Auffällig ist auch ein Ost-West-Unterschied, der nachzuwirken scheint. In den betont bürgerlichen Bezirken wie Steglitz-Zehlendorf oder Charlottenburg-Wilmersdorf legen besonders viele Jugendliche das Abitur ab. Meist an den vielen Gymnasien. Hier wird auch kräftig in Nachhilfe investiert. In östlichen Bezirken ist der Drang ans Gymnasium nicht so stark ausgeprägt. Dort besuchen anteilmäßig mehr Schüler die Sekundarschulen. Dort ist auch das Abi möglich. Besonders viele Schüler verlassen die Sekundarschule aber mit dem Mittleren Schulabschluss (MSA). Das ist eine gute Grundlage für eine Ausbildung und zeigt, dass solides Handwerk im Osten geschätzt wird.
Generell gilt übrigens: Junge Frauen machen viel häufiger Abitur als junge Männer.
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